der Einheitspartei, ein Wunschwort, das Einheit stiften sollte, wo keine war — zum Beispiel im Lehrsatz von der "Einheit von persönlichen und gesellschaftlichen Interessen im Sozialismus".

Wobei man wohlfeilem Spott auch Zügel anlegen sollte. Ich hörte neulich einen jungen Erfurter Arbeiter über zu erwartende Streiks sagen: "So was bringt uns nur noch weiter nach unten mit der Wirtschaft Ein so selbstverständliches "wir" würde man in diesem Fall von einem bundesrepublikanischen Arbeitnehmer kaum zu hören bekommen.

des Wortes in der Umgangssprache hat durch die Verfemung des Privateigentums an Produktionsmitteln gelitten. Statt "Privateigentum" sagt man "persönliches Eigentum". Der Begriff von Eigentum wurde zudem verwirrt durch den des "gesellschaftlichen Eigentums", der die ursprüngliche Intention von "Eigentum" auf den Kopf stellt, indem er ein Eigentum bezeichnet, das sowohl allen als auch niemandem gehört, im Zweifelsfalle aber dem Staat. Allgemein hat der Begriff in dem Maß an Bedeutung verloren, indem das Bezeichnete an gesellschaftlicher Bedeutung verlor. Eigentum wird in der DDR nicht mehr mit sozialer Macht, höchstens mit sozialem Prestige in Verbindung gebracht; man hat ein weit entspannteres Verhältnis dazu, als man es sich hierzulande leisten könnte.

stalgisches Wort: Einheitliche, niedrige Preise für Grundnahrungsmittel, Mieten, Dienstleistungen wird es wohl in der DDR nicht mehr lange geben. Wer als DDRler in den Westen kommt, muß zunächst lernen, daß es für ein und dieselbe Sache in verschiedenen Läden verschiedene Preise gibt: Wie unnötig, denkt er sich, Zeit mit Preisvergleichen zu vertun. Die staatliche Preispolitik der DDR hat ihn daran gewöhnt, daß ein Brötchen seit Jahrzehnten fünf Pfennig kostet und ein Mischbrot achtundsiebzig. Dieselbe Preispolitik hat Waren "des gehobenen Bedarfs" mit besonderen Abgaben belastet, also verteuert, Autos zum Beispiel. Solch ein Konsumdirigismus hätte, wenn er denn ökologischen Kriterien folgen würde, einiges für sich. Aber die Chance, den Westen auf diese Weise zu überholen, ohne ihn einholen zu wollen (ein altes Motto aus Ulbrichts Zeiten), ist wohl vertan.

Ein Element ist jemand, der sich dem Kollektiv, der Gesellschaft verweigert, ein Außenstehender. In der Behördensprache gab es da die asozialen, die arbeitsscheuen, ja, die staatsfeindlichen Elemente. Bezeichnenderweise reicht die Bezeichnung "Element" aus, jemanden zu diskreditieren; das Einzeln- und Für sichSein ist in einer kollektivistischen Gesellschaft (wie sie in der DDR angestrebt, aber nie erreicht wurde) allein schon verdächtig. Es gibt Untersuchungen, die belegen, wie schwer es ehemaligen DDRBürgern fällt, das im Westen geforderte Einzelkämpfertum zu erlernen.

Ach, die Errungenschaften, die sozialistischen Errungenschaften gar; vor der Wende konnte man das Wort nicht mehr hören, weil es aus dem Munde der Regierenden kam und einen heruntergewirtschafteten Staat verklären sollte. Heute, da die Ängste wachsen vor den harten, den marktwirtschaftlichen Verhältnissen, beruft man sich schon wieder darauf, daß es ja nie Arbeitslosigkeit in der DDR gegeben habe und daß es dabei auch bleiben solle Und die großzügigen Subventionen und Sozialleistungen heißen dann auch in der Sprache der Dagebliebenen "Errungenschaften".