Von Stephan Ruß-Mohl

Wer in Amerika derzeit ein wenig gründlicher den Blätterwald durchforstet, der gewinnt nahezu unweigerlich den Eindruck, daß die eigentlich "neuen" Medien in den USA nicht pay TV, Video oder Kabelfernsehen, sondern Printprodukte sind. Waren es zunächst die Zeitschriften, die sich häuteten und ein neues Gesicht gaben, so sind seit einigen Jahren ähnlich einschneidende face liftings bei den Tageszeitungen zu beobachten. Die Verjüngungskuren lassen sich als Reaktion auf veränderte Leserbedürfnisse und perfektionierte Marketingmethoden verstehen, sie haben aber auch viel zu tun mit einem sich wandelnden Politikverständnis und mit einem neuerlichen Konzentrationsschub auf dem Pressemarkt, der auch altehrwürdige Zeitungsverlage zu immer größeren Medienkonglomeraten anwachsen (oder sie darin verschmelzen) läßt.

Zwei Neuerscheinungen gilt es anzuzeigen, die diesem Wandlungsprozeß exemplarisch nachspüren und zugleich Einblicke in das Innenleben von Amerikas großen Zeitungshäusern gewähren:

  • Ellis Cose:

The Press

Inside America’s most Powerful Newspaper Empires – From the Newsrooms to the Boardrooms; William Morrow & Co., New York 1989; 380 S., 22,95 Dollar

  • Joseph C. Goulden: