In diesen aufregenden Zeiten ist es den Medien – wenn überhaupt – nur eine kleine Meldung wert. Aber doch sind Abertausende Bundesbürger davon betroffen.

Anfang der Woche berichteten die deutschen Hypothekenbanken über ihr insgesamt glänzendes Geschäft, doch dann stellten sie nüchtern fest, daß ihnen der private Wohnungsbau Sorgen bereite. Viele Bürger schöben derzeit ihre Entscheidungen zum Bau oder Kauf einer Immobilie hinaus; die Kreditzusagen in diesem Bereich, so die Hypothekenbanken, seien in den ersten zwei Monaten dieses Jahres deutlich zurückgegangen.

Das ist die Konsequenz der steigenden Zinsen, die den Traum vom eigenen Heim für viele vorerst in weite Ferne rücken. Hypothekenkredite kosten jetzt rund zehn Prozent Zinsen im Jahr, soviel wie zuletzt 1982. Allein in den vergangenen zwei Monaten sind die monatlichen Belastungen der Häuslebauer durch Zinssteigerungen um ein paar hundert Mark gestiegen. Das ist keine Kleinigkeit, zumal, wenn man bedenkt, daß auch die Immobilienpreise vielerorts kräftig anzogen.

Wer dann noch in der Zeitung liest, daß die hohen Zinsen mit der Einheit Deutschlands in Verbindung stehen, mag sich so seine Gedanken über die große Politik machen. Aber was, so muß er sich tröstend sagen, ist schon der Traum vom Eigenheim gegen den Traum von der Einheit, bm