Spitzes Klopfen der Journalisten mit ihren Kugelschreibern, freundlich und ein bißchen ironisch zugleich, begrüßte die Rückkehr des verlorenen Bonner Sohnes. Nach seinem Ausflug in die große Welt von München haben wir den Regierungssprecher Hans "Johnny" Klein (CSU) in der Hauptstadt zurück.

Das Bundespresseamt, das der Minister leitet, ist zwar noch nicht ganz so groß wie die Münchner Stadtverwaltung. Aber der Etat des Hauses hat sich zwischen 1982 und 1990 von 222 auf 439 Millionen Mark fast verdoppelt. Zum Vergleich: Der Haushalt wuchs insgesamt in diesem Zeitraum um 27 Prozent.

Wie, fragt man sich, würde Johnny Klein bezeichnen, was er in München erlebt hat? Mit nur 26,2 Prozent ging der Oberbürgermeister-Kandidat unter, Georg Kronawitter (SPD) triumphierte mit 61,7 Prozent. Seine Partei, würde Hans Klein vielleicht sagen, habe ihn nach München berufen, was eine ehrenvolle Aufgabe sei. Eigentlich hätte er allerdings lieber weiter dem großen Kanzler dienen wollen. Insofern sei er den Wählern für das Verdikt dankbar. Obendrein seien die Münchner Probleme für einen Bonner halt schon ein bißchen klein. So sitzt der Regierungssprecher wieder dem nationalen und internationalen Journalistentum visà-vis und ist im Grunde ganz zufrieden.

"Ihr Völker der Welt, freut euch mit uns! Ja zur Einheit, zur Freiheit, zu Deutschland." So jubelt das Hamburger Massenblatt wieder einmal in schwarzrotgoldenen Lettern. Ohne die ganz alltägliche Deutschtümelei ist die gemeinsame Nation offenbar nicht zu haben.

Die Landesregierung ist der Meinung, in einer Zeit des deutschdeutschen Einigungsprozesses und der Entspannung in Europa sei es "nicht angemessen, die Bürger durch einen Sirenenalarm zu erschrecken". Mit diesem Hinweis, berichtet der Bonner General-Anzeiger, habe ein Sprecher der Staatskanzlei in Düsseldorf begründet, eine Sirenenprobe im Lande ausfallen zu lassen, die für Mittwoch vorgesehen war.

Welche Chancen für substantielle Aussagen hat ein Politiker, dem vor der Fernsehkamera höchstens eineinhalb Minuten Zeit gegeben sind, um zu den Zielen und Ergebnissen etwa der Drogenkonferenz in New York Stellung zu nehmen? Wenn im Gedächtnis der Zuschauer danach haften geblieben wäre, daß es ihm darum ging, Drogenkauf und -konsum in gleicher Weise zu ächten wie Folter und Sklaverei, wäre das ja ein großer Erfolg, sinnierte kürzlich Wolfgang Schäuble vor der Gesellschaft für Deutsche Sprache.

Halb resigniert meinte er indes, in der Regel werde bei den Zuschauern haftenbleiben, "der Schäuble war bei der UNO". Er nannte das ziemlich treffend eine "Minimal art" der Interviewkunst. Vor diesem Hintergrund gehe jede sprachkritische Diskussion ihres Gegenstandes verlustig.