Man kann uns ja manches nachsagen, aber eines nicht: daß wir Feinde der freien Marktwirtschaft seien. Denn wir hier sind die ersten, die nach dem 18. März einen öffentlichen Wettbewerb ausschreiben, einen Preis für den frömmsten unter all den Missionaren, die jetzt ernst, aber zuversichtlich mit der Kolonialisierung der DDR beginnen. Wir wissen auch schon, wer gewinnen wird, aber wir verraten nichts, weil es eine Überraschung für den Elmar Pieroth von der CDU-Mittelstandsvereinigung werden soll.

Ah, sagt da der Wiener, eh scho wissen, das ist doch der künftige „Ludwig Erhard der DDR“, sagt nämlich die FAZ. Gegen diesen, den Erhard, hat ja bekanntlich die Staatsanwaltschaft jahrelang wegen Weinpanschereien keinerlei Belastungsmaterial in großen Mengen gesammelt, bevor der Zugriff auf die Beweise im Büro eines Parteifreundes durch keine Intervention des zuständigen Justizministers verhindert wurde. Wir, sagt wiederum Nestroy, werfen das bloß so hin, weil sich daraus verschiedene Entspinnungen gestalten könnten.

Nämlich so: Wir, das heißt die dort, brauchen jetzt einfach solche Leute, die die Marktwirtschaft nicht bloß kennen, sondern verkörpern; wir brauchen Menschen, die Dekaden schwerer und verantwortungsvoller Tätigkeit in der CDU-Mittelstandsvereinigung hinter sich haben und denen man nichts beweisen kann; wir brauchen mehr als nur neuen Glykol-Wein in alten ... na eh scho wissen; wir brauchen die Flaschen selbst, nämlich unsere alten für die neuen Verhältnisse dort; wir brauchen ..., übrigens, wo ist denn eigentlich der Zimmermann? Hat man denn bei denen dort schon einen Justizminister, der was von Rechtsprinzipien versteht, schwör ich mein’ Eid, schwörst du deinen? Ja, wer meldet sich denn da hinten, ja mei, der Filbinger, ja prima, ein Vergangenheitsbewältigungsminister – woher nehmen, wenn nicht da, wo er einem gestohlen werden kann?

Und alle, alle sitzen um den Runden Tisch, die Marktwirtschaft, der Rechtsstaat, die Nation, und spielen „Artikel 23“. Da – was ist denn das? Die Tür geht auf, kreidebleich, fadendürr, sich am Rahmen festhaltend, erscheint der Sozialismus: „Vadammt, ick hab mir überjeben müssen.“ Finis