Vier alte Frauen, belgische Widerstandskämpferinnen, erinnern sich an die dramatischsten Jahre ihres Lebens

Von Rosine De Dijn

Es gibt sie noch, die Aufsässigen und Mutigen, die Untergrundkämpfer, Frauen vor allem, die nie müde wurden, sich gegen die Machtlosigkeit aufzulehnen, und in den dunklen Jahren zwischen 1942 und 1944 über 2700 jüdischen Kindern in Belgien das Leben retteten.

Yvonne Jospa, eine rumänische Jüdin, ist mit 81 Jahren immer noch die Mutter Courage des Vereins gegen Rassismus und des Waisenwerks für Kinder aller Hautfarben im marokkanischen Viertel am Brüsseler Gare du Nord.

In der Nähe des Bois de la Cambre lebt Estera Heiber, im Krieg „Madame Pascal“ genannt. Sie war die Seele des jüdischen Untergrundbüros und unter den Augen der Gestapo für alle Hilfesuchenden die wichtigste Kontaktperson.

Die quirlige Andree Geulen ist mit 68 Jahren die jüngste der noch überlebenden Untergrundkämpferinnen. 1942, als zwanzigjährige Lehrerin, stieß sie zu den Partisaninnen.

In Antwerpen lebt die 83jährige Maria Robson. 1942 mietete sie zusammen mit ihrem Mann ein größeres Haus im Zentrum der Hafenstadt, um vier orthodoxe Juden verstecken zu können. Politik war ihr fremd. Sie kannte keinen einzigen Widerstandskämpfer. „Mein Mann und ich wollten nur etwas gegen die Deutschen unternehmen. Gegen die Ungerechtigkeit und die Willkür.“