DIE ZEIT

Der Kandidat

Natürlich gab es für die Bonner SPD keine Alternative zu Oskar Lafontaine. Doch gerade weil seine Nominierung zum Kanzlerkandidaten so unausweichlich geworden war, wirken ihre Begleitumstände alles andere als motivierend.

Einsichtig

Nun ist auch die eisenharte Lady weich geworden. Margaret Thatcher, die Protagonistin unbedingter Wehrhaftigkeit, tat sich sichtlich schwer, Abstriche am westlichen Rüstungsarsenal hinzunehmen.

Sturmzeichen

Der Kommunismus ist tot. Doch die Führung des bevölkerungsreichsten Landes der Erde bemüht sich noch immer verzweifelt, dem Leichnam neues Leben einzuhauchen.

Appell an die Gemeinsamkeit

Ich hab’ genug, ich will raus", schreit ein junger Mann am wild umkämpften Eingang, aber andere wollen hinein zur CDU-Wahlparty im Restaurant "Ahornblatt" auf der Ostberliner Fischerinsel, das seinen Namen dem gewölbten, fünfzackigen Betondach verdankt.

Worte zur Wahl

„Kohl hat einen sehr hohen Erwartungshorizont gesetzt: Für die Menschen in der DDR, daß alles sehr schnell gehe, und für die Menschen hier, daß dies ohne Belastungen möglich sei.

Schritt um Schritt zur Einheit

Verständigung mit den Nachbarn, Solidarität im Inneren: Was Bonn und Ost-Berlin als nächstes anstreben müssen

Freude in der alten Trutzburg

Zum ersten, zum zweiten, zum dritten – die sechsbändige Marx-Ausgabe geht für 890 Mark weg. Das ist nicht viel, denn die blauen Bände dürften einen hohen Sammelwert besitzen, da sie aus dem Allerheiligsten stammen, dem Politbüro der ehemaligen SED.

Ein Votum für die Einheit

Die Wähler in der DDR haben die erste freie und geheime Wahl durch eine ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung (93,2 Prozent) besonders eindrucksvoll legitimiert.

Antritt nach dem Schock

Oskar Lafontaine hatte sich das Umfeld seiner Kanzlerkandidatur anders vorgestellt

Parteitag in Rennes: Haus ohne Hüter

Allein Parteichef Pierre Mauroy schwenkte eine welke Rose. Am Ende des Kongresses der französischen Sozialisten im bretonischen Rennes mochte keiner der übrigen Spitzenpolitiker auf der Tribüne mehr zum Symbol der Partei greifen.

Erik Blumenfeld wird 75: Dem Freunde

Erik Blumenfeld, geboren 1915, gehört zum ersten Rang der Hamburger CDU-Politiker. Er war Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, des Bundestages und des Europaparlaments.

Regierungskrise in Israel: Gelähmtes statt gelobtes Land

Israels Regierungskoalition "der nationalen Einheit" ist vergangene Woche zerbrochen. Likud und Arbeiterpartei vermochten sich nicht auf eine Antwort auf den amerikanischen Vorschlag für Verhandlungen mit den Palästinensern zu einigen.

Bonner Bühne: Bekannte Gesichter

Spitzes Klopfen der Journalisten mit ihren Kugelschreibern, freundlich und ein bißchen ironisch zugleich, begrüßte die Rückkehr des verlorenen Bonner Sohnes.

Weltbühne: Gefährliche Wahrheit

Trotz aller Bitten, internationaler Appelle und diplomatischer Proteste ist am Donnerstag vergangener Woche im Irak der Journalist Farsad Bazoft gehenkt worden – in einem Prozeß, der allen rechtsstaatlichen Prinzipien Hohn sprach, als "Spion" angeklagt und nur durch ein erpreßtes Geständnis überfuhrt.

„Wer heiratet, lebt gesünder“

Der 24. Januar 1990 bescherte den Ehemännern und Ehefrauen dieser Republik eine frohe Botschaft, den Junggesellen aber Kümmernis: Unter der Überschrift „Wer heiratet, lebt gesünder“ brachten auflagenstarke Zeitungen eine Nachricht aus der Wissenschaft.

Schleswig-Holstein wählt am 25. März: Im Wartburg unterwegs

Stellen wir uns einmal vor, wir seien nicht gelangweilte Bundesbürger (Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein? Gähn!) sondern interessierte Demokraten aus der DDR, die nach vollbrachter Abstimmung daheim einmal schauen wollen, wie der politische Alltag nebenan so abläuft.

Bewährung für Kohl

Es wird ernst mit der deutschen Währungsunion. Was jetzt zwischen Bonn und Berlin ausgehandelt wird, berührt aber auch die Partner in der Europäischen Gemeinschaft.

Der lange Weg zum Markt

Gesetze, Institutionen, Verhaltensweisen – in der DDR muß sich fast alles ändern

Hypotheken: Alptraum

Anfang der Woche berichteten die deutschen Hypothekenbanken über ihr insgesamt glänzendes Geschäft, doch dann stellten sie nüchtern fest, daß ihnen der private Wohnungsbau Sorgen bereite.

Gutachten: Allergie

Das Ritual findet jährlich mindestens einmal statt. Und so unvermeidlich wie der Bonner Auftritt des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Reaktion darauf: Die Regierung sieht ihre Politik im Votum des Rates bestätigt, die Opposition in ihrer Kritik daran.

Gunhild Freese:: Wettbewerbshüter auf schmalem Grat

Wird die Münchner Allianz eines Tages zum Monopolisten in der DDR? Da verkündet Deutschlands mächtigster Versicherungskonzern den Einstieg in die Staatliche Versicherung der DDR, ein absolutes Monopolunternehmen.

Bonner Kulisse

Der U-Boot-Untersuchungsausschuß des Bundestages kann nach mehr als einjähriger Tauchfahrt – CDU/CSU und FDP hatten die Beweisaufnahme blockiert – vollen Kurs auf das Ziel, die Wahrheit, nehmen.

Für Rentenerhöhungen, die Arbeitslosenversicherung und das Gesundheitswesen wird man fünfzig Milliarden Mark benötigen.: Erbetene Einmischung

Aber besteht nicht die Gefahr, daß zu viele DDR-Bürger die gleiche Marktlücke suchen und sie dann überfüllen; daß alle Entlassenen vom VEB Sternradio einen Reparaturbetrieb aufmachen, obwohl sich die Reparatur von Billigradios gar nicht lohnt; oder daß von 2000 Kneipen, die in Ost-Berlin neu aufgemacht werden, 1000 ohne Kundschaft bleiben? "Das ist im Prinzip ja nichts anderes als bei uns", meint Pieroth, "aber im Übergang wird das wohl häufiger der Fall sein.

DDR: Banken in Not

Die Reform des maroden Kreditwesens wird die Bonner Regierung Milliarden kosten

Edgar Most

Der 1940 in Thüringen geborene Bankfachmann hat eine eindrucksvolle Karriere hinter sich. 1954 begann er als Lehrling bei der Deutschen Notenbank, der Vorläuferin der heutigen Staatsbank der DDR.

Neuerscheinungen

Großbritannien und Europa – Großbritannien in Europa. Sicherheitsbelange und Wirtschaftsfragen in der britischen Europapolitik nach dem Zweiten Weltkrieg.

Rudolf Engen: Was heißt hier Nato?

Immer wenn die Weltgeschichte sich heißläuft und deutsche Politik zum unvorhersehbaren Happening wird, wendet sich Bonn vertrauensvoll an die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA), um polititschen Rat einzuholen.

DDR: Eins plus eins ist drei

Manchem in der Bundesrepublik ist das Tempo schon lange nicht mehr geheuer, mit dem das Volk der DDR zur Wiedervereinigung strebt.

Ausbildung: Jagd auf die Jugend

Schulschwester Christel hat die Altersgrenze für Auszubildende weit nach oben verlegt: Ihr ältester Lehrling ist schon über fünfzig.

EG-Umweltpolitik: Behörde ohne Biß

Mit Haken und Osen focht die Brüsseler EG-Zentrale gegen das Europaparlament, um ihre dürren Plane für eine Europaische Umweltagentur über die Runden zu retten.

Zeit und Geld: Kein Interesse am Gold

Vollständig verflogen ist die Hausse-Stimmung am Markt für Gold und andere Edelmetalle. Vor zwei Wochen rutschte der Goldpreis zeitweise sogar unter die Marke von 400 Dollar, die als „Schallmauer“ gilt.

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