Vollständig verflogen ist die Hausse-Stimmung am Markt für Gold und andere Edelmetalle. Vor zwei Wochen rutschte der Goldpreis zeitweise sogar unter die Marke von 400 Dollar, die als „Schallmauer“ gilt. Auch auf D-Mark-Basis werden für den Kilobarren inzwischen weniger als 22 000 Mark gezahlt. Händler beobachten mit Sorge ein wachsendes Angebot, zum Beispiel aus der Sowjetunion, dem eine stagnierende Nachfrage gegenüberstehe. Dank relativ niedriger Inflationsraten und einer anhaltenden Entspannung zwischen Ost und West fehlt es derzeit an Krisenphantasien, die das Interesse an Gold beflügeln. Verunsichernd wirkt auf den Goldmarkt auch die sich abzeichnende Errichtung einer Europäischen Notenbank. Was, so die bange Frage von Goldbesitzern, wird aus den Goldreserven der nationalen Zentralbanken? Vereinzelt wird Anlegern bereits nahegelegt, sich von Teilen ihrer Goldbestände zu trennen, um die erzielten Erlöse in die derzeit hochrentablen Anleihen aus Ländern mit stabilen Währungen zu investieren.

Ende Mai kommt erstmals eine Dollaraktie an die Frankfurter Börse. Die Kurse der Anteilscheine der Sauer Inc., einer Holdinggesellschaft der Sauer-Sundstrand-Gruppe, Neumünster, werden in Dollar notiert, können aber mit D-Mark gekauft werden. Die Sauer-Sundstrand-Gruppe ist führender Anbieter von hydromechanischen Antriebssystemen für Bagger, Traktoren, Gabelstapler, Mähdrescher und andere Nutzfahrzeuge. An der Spitze der deutsch-amerikanischen Firma steht Klaus Murmann, bekannt als Präsident des deutschen Arbeitgeberverbandes. per