Jan Jozef Lipski, Professor für Literaturgeschichte und Senator im polnischen Senat, ist ein engagierter Bürgerrechtler. Vor Jahresfrist hat er wenig Beifall und viel Ärger mit einem Artikel erregt: Zwei Vaterländer – zwei Patriotismen, der den Untertitel trug: „Bemerkungen zum nationalen Größenwahn und zur Xenophobie der Polen“. In Adam Michniks Gazeta Wyborcza schreibt er jetzt, den Deutschen stehe – was in Polen oft vergessen werde – eine moralische Genugtuung zu; denn der Verlust von Haus, Dorf, Stadt und der heimatlichen Landschaft sei ein großes Unglück.

Seine Mahnung: Die Denkmäler der Kultur in den früher deutschen Gebieten seien zu achten und zu schützen. „Sowohl das, was die Deutschen als auch das, was die Polen geschaffen haben, gehört zur gemeinsamen europäischen Kultur.“ Und weiter sagt er: „Was zur Kultur einer Nation gehört, bleibt für immer ihre Errungenschaft und ihr Ruhm“ – die deutsche Kultur zu respektieren sei eine polnische Verpflichtung.

Was für eine Wohltat, eine so menschliche Stimme zu vernehmen, nach all dem Ärger, den die gänzlich überflüssige Bonner Diskussion über die Oder-Neiße-Grenze ausgelöst hat. Dff