nung für Bibliotheks Abteilungen mit "spezieller Forschungsliteratur", die nur mit Sondergenehmigungen ausgeliehen wird. Im Giftschrank steht beispielsweise die gesamte nichtmarxistische philosophische und soziologische Literatur, sofern überhaupt vorhanden).

wichtiges Kriterium in Beurteilungen von Schülern, Lehrlingen, Studenten, auch von Werktätigen, das ausschlaggebend sein kann für eine Studienzulassung, für den beruflichen Aufstieg. Hinter diesem Kriterium verbirgt sich die Erwartung "bewußter Identifikation mit den gesellschaftlichen Aufgaben und Forderungen", eine Art Loyalitätserweis also gegenüber Staat und Partei.

Entsprechend wenig hat "gesellschaftliche Tätigkeit" oftmals mit eigentlicher Tätigkeit zu tun; die Mitgliedschaft in Parteien und Massenorganisationen zählte ebenso dazu wie die Teilnahme an den offiziellen Kundgebungen, an den "Volkswahlen". Andererseits wird jede gemeinnützige Tätigkeit in der Hausgemeinschaft, im Wohnbezirk, in der Schule als gesellschaftliche Tätigkeit auch politisch gewertet. Der fleißige Schüler gilt als sozialistisches Vorbild, was schon ein Grund sein kann, etwas nachlässiger zu werden.

Als Gesellschaftswissenschaften wurden alle nichtnaturwissenschaftlichen Disziplinen, wie zum Beispiel Philosophie, Kunstwissenschaften, Wirtschafts- und Geschichtswissenschaften bezeichnet. Die Bezeichnung "Geisteswissenschaft" war als unmarxistisch verpönt, weil nach marxistisch leninistischer Auffassung alle geistigen Erscheinungen in "materiellen gesprung haben. Das gesellschaftswissenschaftliche Grundstudium (auch: Gewi) war ein für alle Studenten obligatorisches Studienprogramm, das die Grundlagen des Marxismus Leninismus, einige Aspekte der Geschichte der Arbeiterbewegung sowie Fragen der Tagespolitik behandelte. Die Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED hatte Planungs, Leitungs- und Kontrollfunktionen für sämtliche gesellschaftswissenschaftliche Forschung und war darüber hinaus die "Kaderschmiede" für wichtige Partei- und Staatsämter.

Eine Gnlletta ist eine gegrillte Riridfleischbulette in rundem Weichbrötchen mit Garnitur und scharfer Sauce, die Schwester des "Hamburger", die aus Gründen der ideologischen Abgrenzung seinen Namen nicht tragen darf.

Ein Geheimnisträger ist jemand, der beruflich mit Informationen zu tun hat, die der DDR Staat gegenüber dem kapitalistischen Ausland gern geheimhalten möchte. (Daß man so ziemlich alles geheimhalten wollte und dafür auch guten Grund hatte, erweisen die schockierenden Berichte aus der DDR Wirtschaft, die nach der "Wende" möglich geworden sind ) Die "Geheimnisträger" durften keine schriftlichen, fernmündlichen oder persönlichen Westkontakte haben; ihr Kreis war sehr weit gezogen, und die Kontaktsperre brachte manchen DDRler in arge Konflikte, wenn er zufällig einem Bundesbürger begegnete.

Ein Grenzverletzer ist inzwischen jeder, mit dem Unterschied, daß man nicht mehr Gefahr läuft, beim Verletzen der Grenze selbst verletzt zu werden. Will sagen: Das Wort hat sich erledigt.