Wissen

Künste, Kater, Kapriolen

Das Märchen sei Kanon der Poesie, sagte Novalis. Diesem Schlüsselsatz romantischer Kunstauffassung huldigt auch das jüngste Bilderbuch von Maurice Sendak.

Arzneien-Baedeker

Man kann auch die Zurückhaltung übertreiben. So wenden sich Georges Fülgraff und Klaus Quiring im Vorwort ihres Buches über neue Arzneitherapie ausschließlich an Ärzte. Diese Bescheidenheit ist fehl am Platze.

Dictionnaire

Die Verpackung ist gut dreißigmal so groß wie der Inhalt. Dessen besonderer Vorzug liegt allerdings gerade in seiner Kleinheit. Die Rede ist von einem neuen Wörterbuch Computer, diesmal für Französisch.

Programme à la Darwin

Zu Beginn der achtziger Jahre schrieb ein junger Ingenieur namens David Goldberg Programme für die automatische Regelung von Gas Pipelines.

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DIE ZEIT

Moskauer Druck

Was hat Vorrang – Recht oder Gesetz? Im Konflikt mit Moskau geben die Litauer, so scheint es, dem sowjetischen Druck nach. Wen wundert’s, wo das Land so klein und der Druck so groß ist.

Eins links, eins rechts

Seit vier Jahren sind die Grünen nun versessen auf ihr Strickmuster: eins links, eins rechts, eins fallenlassen. Auch in Hagen konnten sie sich am vergangenen Wochenende auf ihrem außerordentlichen Parteitag von dieser Vorlage nicht trennen: Eins rechts – die deutsche Vereinigung wird zähneknirschend akzeptiert; eins links – nur die antikapitalistische Vergesellschaftung bringt Segen; eins fallenlassen – die ökologische Zukunft der Partei.

Unter bösem Fluch

Im Fall Schnur fanden sich Akten, viele Akten, und darin konkrete Hinweise auf seine Tätigkeit für den kommunistischen Staatssicherheitsdienst – der Mann trat, geständig, zurück.

Falsche Fuffziger statt der D-Mark?

Hat Bonn das ernst gemeint mit der "sozialen" Marktwirtschaft? Die bange Frage stellen sich fast alle Bürger der DDR. Sie haben an die Währungsunion mit der Bundesrepublik große Hoffnungen geknüpft: "Kommt die D-Mark, bleiben wir; kommt sie nicht, gehn wir zu ihr.

Kanzlers Fortune

Wie wünschen wir uns eigentlich den Staatsmann, den Regierungschef, der uns durch die vielfältigen Fährnisse dieser unberechenbaren Zeit steuert? So gefragt, taucht eine Idealgestalt vor unseren Augen auf.

Vor den Zwei-plus-vier-Verhandlungen: Die Last mit Lust und Laune tragen

Der deutsche Diplomat ist ein kollektives Wesen, das als Einzelmensch nur selten hervortritt. Sobald er die Ausbildungsstätte hinter sich läßt, fällt er jenem eigenartigen Lebensrhythmus anheim, der ihn im Drei-Jahres-Takt von Posten zu Posten treibt, mal im Ausland, mal in Bonn.

Zeitspiegel

Ganz Gallien ist in den Händen der Franzosen. Ganz Gallien? Nein. Ein Dorf mit unbeugsamen Bretonen widersteht der Macht der ganzen Nation und bringt François Mitterrand schier um den Schlaf.

Kohls Lavieren in der Grenzfrage und die Aussicht auf eine Vereinigung der DDR und der Bundesrepublik haben in Polen die Angst vor den Deutschen wieder aufleben lassen.: Geprägt von Krieg und Geschichte

Nun ist sie allenthalben wieder zu spüren: die Angst vor den Deutschen, hervorgerufen durch die Grenzfrage. Wochenlang notierte die polnische Presse peinlich genau jede Äußerung von Bundeskanzler Helmut Kohl zu diesem Thema, und der Tenor ihrer Kommentare war immer gleich: Kohl setze durch seine Weigerung, die Oder-Neiße-Grenze endgültig anzuerkennen, die neu entstehende Nachbarschaft schon wieder aufs Spiel, im Prozeß der deutschen Vereinigung nehme er keine Rücksicht auf die Nachbarn, und sein hochmütiges Verhalten lasse ahnen, wie dominant Deutschland im künftigen Europa auftreten werde.

Wolfgang Ebert: Große Nabelschau

Da kommt mir unwillkürlich die Erinnerung an einen Septembertag vor 51 Jahren, als ich noch ein junger Spund war und wir plötzlich und ohne Vorwarnung von den Polen überfallen wurden.

Wahlen in Zimbabwe: Dämpfer für Mugabe

Mit einem vernichtenden 5 : 1 habe er seinen Herausforderer zermalmt, berichtete die längst gleichgeschaltete Hararer Zeitung The Herald, ganz im Tonfall einer Sportreportage, über den in der Tat eindrucksvollen Wahlsieg des Präsidenten Robert Mugabe Ende März.

Weltbühne: Ein neuer Horizont

Anfang Februar, als 200 000 Moskauer vor den Kreml-Mauern für ein Mehrparteiensystem demonstrierten, predigte am Rande der Menge ein ungewöhnlicher Volksaufklärer.

Rückblick: Stichwahlen in Bayern: Alarmglocken

Wenn schon der CSU-Generalsekretär Erwin Huber die Alarmglocken läuten hört, dann ist wirklich Feuer am Dach. In der Tat müssen die Stichwahlergebnisse in den bayerischen Städten und Gemeinden der CSU wie ein Menetekel vor den Landtagswahlen im Oktober erscheinen.

Bonner Bühne: Phantastische Zeiten

Es ist natürlich etwas schwierig, einen solchen Kanzler zu ehren, von der Person, der Sache und vom Stil her. Was die Person angeht, so hält es zum Beispiel eines der Bücher, die aus Anlaß seines Sechzigsten erschienen sind, mit dem so schön vieldeutigen Wort vom Phänomen.

SIEziehung statt ERziehung?

Mädchen kommen im gemeinsamen Schulunterricht mit Jungen oft zu kurz. Die Koedukation wird deshalb, gut zwei Jahrzehnte nach ihrer Einführung, von Politikerinnen und Feministinnen in Frage gestellt

Emanzipation auf der Schulbank

Koedukation hat es in Deutschland (fast) immer gegeben. In der Elementarschule wurden Jungen und Mädchen, soweit sie eine Schule besuchten, seit den Zeiten des Absolutismus gemeinsam unterwiesen.

Debatte im Gemeinderat: Mit gewisser Derbheit

Gaiberg ist Spitze, Gaiberg ist in / Hier hat das Leben auch heute noch Sinn. / Hier läßt sich’s leben zwischen Tälern und Höh’n / Zwischen Wiesen und Wäldern / Unser Ort ist wunderschön": So besingen Bäckermeister Horst A.

Landschaft in Braun

Der Maler Hermann Gradl, des Führers Freund, ist der Stolz seiner Heimatstadt

Kot-Not: Teure Köter

Fünf Motorräder mit je einem Saugrüssel sollen künftig durch München knattern und aufschlabbern, was die Süddeutsche Zeitung vornehm als "Hundehäuferl" tituliert.

Allein in schweren Zeiten

Für Franz Steinkühler war es eine Premiere. Zum ersten Mal sprach der Vorsitzende der IG Metall in der Bundesrepublik vor Werktätigen der DDR.

Ein trauriges Schauspiel

Verstehe das, wer kann. Im Juni 1989, unmittelbar vor der Sommerpause, erregte sich die Nation über den Versuch, Beamten die Erziehung von Kindern besser zu entgelten als Angestellten und Arbeitern.

Japanische Börse: Wunderlich

Selbst gewiefte Börsianer in Europa und den Vereinigten Staaten haben schon vor einigen Jahren damit aufgehört, die japanische Börse begreifen zu lernen.

Mathias Greffrath:: Der Fluch der heißen Nadel

Der Abgeordnete Roland Kohn (FDP) fand die treffenden Worte. Dieser 29. März 1990 sei "kein Tag wie jeder andere". In der Tat: An diesem Tag einigten sich die Parlamentarier des Bundestages auf das Gentechnikgesetz.

Bonner Kulisse

Zufall oder auch nicht, gerade rechtzeitig zu der in Bonn tagenden KSZE-Konferenz über wirtschaftliche Zusammenarbeit taucht ein beinahe vierzig Jahre altes Dokument über die Entstehung der Cocom-Exportbestimmungen auf.

DDR-Presse: Druck aus dem Westen

Der Berliner Verlag in Ost-Berlin, einst Kronjuwel im alten SED-Zeitungsimperium, wird sich vielleicht bald mit dem Zeichen der Weisheit schmücken können: mit der Eule, dem Firmensignet des West-Berliner Ullstein Verlages.

Fischzug im Osten

Es waren einmal zwei erfolgreiche Versicherungsvertreter. Für den einen begann die berufliche Laufbahn Mitte der fünfziger Jahre mit einer Ochsentour durch die Eifel, wo er vom Rindvieh bis zum Auto alles versicherte, was es zu versichern gab.

Logistik: Der Computer befiehlt

Gemächlich rollt der weiße Brummi entlang der Donau nach Regensburg. Kein Stau, keine Komplikationen. Pünktlich gegen Mittag dockt er bei BMW an.

Bank und Börse: Freie Auswahl

Niemals zuvor war der Realzins – also die Differenz zwischen Zinshöhe und Inflationsrate – in der Bundesrepublik Deutschland so hoch wie heute: Während die Geldentwertung gerade bei drei Prozent liegt, bringen festverzinsliche Wertpapiere durchschnittlich 8,75 Prozent Rendite.

Manager und Märkte

Springer-Verlag: Brief vom Kartellamt Ökobank: Zölibat für den Vorstand Ford-Werke: Strategie für den Osten

Blinder Alarm

Groß war die Sorge, als bekannt wurde, daß das Bruttosozialprodukt der USA vom dritten auf das vierte Quartal 1989 nur um 0,5 Prozent zugelegt hatte.

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