Nach der Errichtung des Jagdturmes ist eine weitere, auch für Pioniere nicht leichte Aufgabe zu lösen. Sie besteht darin, vom alten Jagdschloß Ceauşescus in Laposnya bis zum Jagdturm einen Pfad durch das Dickicht des Waldes zu schlagen, zwei Kilometer lang, drei Meter breit.

Nach der Entfernung der Bäume und Sträucher wird der frische Pfad geologisch und atmosphärisch präpariert, das Erdreich mit Chemikalien durchtränkt, beiderseits auf zwei Meter hohen Aluminiumsäulen ein Abwehrsystem mit elektromagnetischen Wellen gegen Luftinsekten installiert. Den "ersten Mann Rumäniens" darf keine Fliege, geschweige denn Wespe im geringsten stören. Was die Ameisen und sonstige Bodeninsekten betrifft, so haben sie bis in zwanzig Zentimeter Tiefe entlang des Jagdpfades infolge der chemischen Abwehrpolitik keine Chance mehr.

Mittags fliegen zwei Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe ein. Ceausescus Leibwache belagert nun das Jagdschloß in Laposnya, den Jagdpfad bis zum Schießturm und jene kleine Waldlichtung, wo, perfekt getarnt, die gefesselten Bären und die Pferdeleiche liegen.

11. Oktober – 4.00 Uhr

Die "grüne Zone", die erste von drei Frontlinien rings um das Jagdgebiet, wird von den Truppen des Verteidigungsministeriums besetzt. Eine halbe Stunde später treffen die Interventionstruppen des Innenministeriums in der "gelben Zone" ein und umzingeln die Militäreinheiten in einem Ring der "inneren Sicherheit". Sie haben die Aufgabe, die Truppen des Heeres zu kontrollieren. Eine Viertelstunde später rücken die Fallschirmjäger der Präsidentialgarde Ceauşescus in ihre Stellungen in der "roten Zone" ein und übernehmen die Kontrolle über die Bataillone sowohl des Verteidigungs- als auch des Innenministeriums.

Die Luftkontrolle, die seit zehn Tagen andauert, tritt in ihre zweite Phase: Die Luftwache Ceauşescus fliegt in den Luftraum zwischen Marosvásárhely – Deda – Szäszregen – Görgényer Alpen. Nun kann der "tapferste Sieger der Karpaten", geschützt von Düsenjägern und Kampfhubschraubern, in die Schlacht gegen die Bären ziehen.

In den Kreisstädten Marosvásáhely und Szäszregen werden auf Anweisung der Partei sämtliche industriellen, Handels-, Kultur- und Administrativ-Tätigkeiten eingestellt. Die Menschen – Ungarn, Rumänen, Deutsche – drängen sich auf den Bürgersteigen. Vor ihnen stehen Soldaten, hinter ihnen Geheimpolizisten Spalier. Die Masse weiß darüber seit eh und je Bescheid und schweigt demzufolge.