Dossier

Kollegen ohne Konzepte

Ein kräftiger Besen zum Auskehren — mit diesem Geschenk seines Freundes Heinz Kluncker, zu der Zeit Chef der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), begann die Amtszeit von Ernst Breit vor genau acht Jahren.

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DIE ZEIT

Falscher Schwur

Politikerschwüre sind dazu da, um gebrochen zu werden. Mit diesem Axiom, das die Wähler in aller Welt aus leidvoller Erfahrung kennen, könnten nun auch die Amerikaner wieder einmal Bekanntschaft machen.

Einheit ohne Einigung?

Die deutsche Einigung führt vorerst nicht zu politischer Einigkeit, sondern zu Zwist und Zweifel. Je näher die beiden deutschen Staaten zusammenrücken, desto mehr Konfliktstoff häuft sich an, hüben wie drüben.

Hilfs-Strom

Die vier Reaktorblöcke des Kernkraftwerkes Greifswald sollen sofort und für immer abgeschaltet werden. Zu diesem Schluß ist eine Expertenkommission gekommen, die noch der Runde Tisch in Ost-Berlin Anfang des Jahres eingesetzt hatte.

Wenig Feind, wenig Wehr

Die Nato hat ihr traditionelles Wintex-Manöver abgesagt, weil sich die Verbündeten nicht darüber einigen konnten, von wem eigentlich die Bedrohung ausgehe.

Zeitspiegel

Über Barbara Bush, die Gattin des amerikanischen Präsidenten, sagt man, sie stimme ihrem Mann öffentlich grundsätzlich in allem zu, außer in seiner Abneigung gegen Brokkoli.

Die Opposition kann mitreden

Acht Jahre lang konnte Helmut Kohl in Bonn weithin ungestört regieren, durfte die Opposition nur ungehört reden. Nun, im neunten Jahr, muß er die Opposition an seiner Politik teilhaben lassen, womöglich sogleich auf dem derzeit wichtigsten Felde – der Vereinigung der beiden deutschen Staaten.

Worte der Woche

"Wer sagt, er habe auf alle Fragen endgültige Antworten, einfache Lösungen und könne alle auf den einzig richtigen Weg führen, und deshalb aufruft, die jetzige Führung schnellstens loszuwerden, der ist nach meiner Meinung einfach ein politischer Hochstapler und mehr nicht.

Düsseldorfer Enge

Der Landtag in Düsseldorf hatte bisher 227 Abgeordnete, jetzt ziehen dort laut Berechnung des Bundeswahlleiters 237 Mandatsträger ein, 36 mehr als die Mindestzahl von 201.

Wahlkampf in Rumänien: Altes System unter neuem Namen

Wahlkampf nach westlichem Muster ist in Rumänien noch völlig unbekannt – ohnehin hätte das Geld dazu nicht gereicht. In vielen Dörfern hängt kein einziges Plakat am Straßenrand, und von der Hauptstadt Bukarest abgesehen, erinnern in den Städten nur hier und da kleine Stelltafeln mit oft zerrissenen Bildern daran, daß am 27.

Bonner Bühne: Zu viele Aspiranten

Genau achtzig Anwärter erhoben Anspruch darauf, in den Ausschuß "Deutsche Einheit" entsandt zu werden, die Elite aller Fraktionen.

Rückblick: El Salvador: Friede gegen Geld

Seit über einem Jahrzehnt tobt in El Salvador ein Bürgerkrieg. Er hat bislang mehr als 75 000 Todesopfer gefordert. In Venezuela sitzen sich nun unter Ausschluß der Öffentlichkeit wieder einmal die rechte Regierung und die linke Nationale Befreiungsfront gegenüber, um einen Frieden zu erreichen.

Weltbühne: Péaje in der Politik

Die Käufer der spanischen Wochenzeitschrift Tiempo bekamen unlängst ein kleines, schmales Buch geschenkt. "Das Schwarzbuch der politischen Korruption" heißt das Brevier über die Sünden der Parteien in Spanien.

Nachlese: Albanien: Wankende Bastion

Der Aufbruch in Osteuropa scheint nun auch Albanien – die letzte Bastion des Stalinismus in Europa – zu erfassen. Staats- und Parteichef Ramiz Alia will die Menschenrechte anerkennen und die selbstgewählte außenpolitische Isolation durchbrechen.

Vom Klassenkampf zur Tarifpolitik: Die Alliierten bremsen

Noch vor Kriegsende machten sich Arbeiter und Angestellte im besetzten Nachkriegsdeutschland zusammen mit emigrierten und aus dem Widerstand zurückkehrenden Funktionären an den Wiederaufbau der 1933 von den Nazis zerschlagenen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.

Eva Rühmkorf: Stürme im hohen Norden

Das ist, als müsse man einen Tanker umsteuern", hatte der Staatssekretär im Kultusministerium von Schleswig-Holstein, Peter Kreyenberg, gemeint, als er 1988 sein Amt antrat.

Gefahr und Verpflichtung

Vor 33 Jahren erschien Ludwig Erhards Buch "Wohlstand für alle". Darin schrieb der Autor: "Der Erfolg hat mir recht gegeben.

Einheit auf Pump

Die Bundesregierung will ihre Hilfe für die DDR ohne höhere Steuern finanzieren. Sie vertraut dabei auf die gute Konjunktur.

Tarifvertrag bei der Post: Menschlich

Spott und Häme haben sie geerntet – von einer Öffentlichkeit, die nichts begriffen hat. Die 520 000 Mitarbeiter der Post nämlich sind mit ihren viel belächelten "Pinkelpausen" einen wichtigen Schritt bei der Humanisierung ihrer Arbeitsplätze vorangekommen.

Bonner Kulisse

Einige Zeit ging ins Land, bis das genaue Datum eines heiklen Briefes bekannt wurde, den Franz Josef Strauß im Sommer 1984 Bundeskanzler Helmut Kohl geschrieben hatte.

EG-Kommission: Fair und Frei

Ausgerechnet die als europafeindlich verschrienen Briten haben in den vergangenen Jahren die interessantesten Mitglieder der Brüsseler EG-Kommission gestellt.

DDR: Verhaßte Helfer

Mit der Sorge um die eigenen Arbeitsplätze wächst der Zorn gegen ausländische Werktätige

Springer: Neuer Mann, neuer Stil

Am Mittwoch dieser Woche ging er ganz normal seinem Job nach: Günter Wille, Chef der Münchner Zigarettenfirma Philip Morris, gab in Dresden die Übernahme des VEB Zigarettenfabrik samt 1100 Mitarbeitern bekannt.

Niederlande: "Es ist ein Rätsel"

Nicht alle Tage wird der Vorstandsvorsitzende eines Weltkonzerns gefeuert. Was sich Philips Anfang dieser Woche mit Cornelius van der Klugt erlaubte, der seit April 1986 die Geschicke des Konzerns mit 300 000 Beschäftigten leitete, gilt nicht nur in der niederländischen Unternehmenskultur als harsch.

Rudolf Engen: Bloß keinen Blumenstrauß

Immer wenn die Arbeitszeitverkürzung in der Metallindustrie zu Leistungsverdichtungsproblemen und Streß führt, häufen sich bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) die Anfragen nach Anti-Streß-Therapien (AST).

Bank und Börse: Gefährliche Japaner

Festverzinsliche Wertpapiere gelten landläufig als besonders sichere Form der Geldanlage, und dies kommt nicht zuletzt auch in ihrem Namen – Rentenwerte – zum Ausdruck.

Markt-Report: Aktien in der Defensive

Das Interesse internationaler Anleger an deutschen Aktien hat zwar nicht völlig nachgelassen, von größeren Käufen kann jedoch nur noch in Einzelfällen die Rede sein.

Manager und Märkte

Daimler-Benz: Sorge um Jäger 90 Schweizerischer Bankverein: Ärger mit Altlasten Bild-Zeitung: Lob von Unbekannt

Gute Aussicht

Im ersten Quartal ist das Bruttosozialprodukt nach vorläufigen Berechnungen, preis- und saisonbereinigt, um 2,5 Prozent gestiegen.

Gründervater

Mit Ludwig Erhard hatte Jürgen Eick, der jetzt im Alter von siebzig Jahren gestorbene Wirtschaftsjournalist und ehemalige Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mehr gemein als nur den innigen Glauben an die Vorzüge der freien Marktwirtschaft.

Luftfahrt: Der Sohn des Überfliegers

Wenn die Concorde über London einschwebt, richten sich noch immer alle Blicke nach oben. Der bleistiftschlanke Rumpf und die Deltaflügel unterscheiden das erste überschallschnelle Passagierflugzeug von den üblichen Maschinen.

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