Seitdem die Allianz und die Staatliche Versicherung der DDR ihre Hochzeit angemeldet haben, kracht es im Versicherungsgewerbe. Dem Branchenführer wird vorgeworfen, ein staatliches Monopol durch ein privates zu ersetzen. Dieser Zank hat selbst einzelne Allianz-Aktionäre verunsichert. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Schieren vermochte jedoch, sie auf der Hauptversammlung zu besänftigen.

In der Branche herrscht gleichwohl Aufregung. Einige Wettbewerber – darunter so ungleiche Schwestern wie die gewinnorientierte Colonia und die genossenschaftliche R+V Versicherung – versuchen sogar, den Coup der Allianz noch zu Fall zu bringen. Sie haben die Regierung in Ost-Berlin zu erneuten Verhandlungen über die Zukunft der Staatlichen Versicherung eingeladen. Zu denken geben müßte den DDR-Verantwortlichen, daß dieses Angebot auch von dem Unternehmen getragen wird, dem der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft vorsteht. Möglich wäre ein Rückzug der DDR aus dem Geschäft mit der Allianz, denn noch ist der Trauschein nicht unterschrieben. per