Längst sind die westdeutschen Unternehmer bei ihrem Wettrennen zu den neuen Märkten in der DDR in einen zögerlichen Dauerlauf gefallen. Groß verkündete Ubernahmeprojekte sind klammheimlich zu den Akten gelegt worden. Die östlichen Vertragspartner haben ihre Jobs verloren, ihre Signatur wurde zur Makulatur – und damit auch die Verträge. Der befürchtete Ausverkauf findet so schnell nicht statt.

Aber es gibt auch die kleinen Schritte. So versucht die Hamburger Spar Handels-AG, mit Minderheitsbeteiligungen ein Ladennetz in der DDR aufzubauen. Nicht majorisieren, sondern helfen heißt die Devise der Spar. Den DDR-Partnern – inzwischen 21 meist ehemaligen HO-Betrieben – bleibt so genügend Raum, um selbst Erfahrungen in Sachen Marktwirtschaft zu sammeln. Und da die Waren in den HO-Sparläden zu zwei Dritteln aus DDR-eigener Produktion stammen, können sich auch die Betriebe der Nahrungsmittelindustrie nach und nach auf die neue Zeit umstellen. Die Arbeitsplätze bleiben erhalten, die nötige Kaufkraft wird gesichert. Und die Spar kommt auch so zu ihrem neuen Absatzmarkt. Kleine Schritte führen eben oft schneller zum Ziel. gf