Der Kampf um den Verpackungsmüll tobt weiter. Nach den Vorschlägen von Bundesumweltminister Klaus Töpfer, Zwangspfand und Rücknahmepflicht für Verpackungen einzuführen, hagelt es von allen Seiten Kritik. Die Umweltschützer beschweren sich wegen des halbherzigen Vorstoßes des Ministers. Der Handel klagt, zur Müllkippe der Nation zu werden. Und die Industrie hält erst recht nichts vom Bonner Konzept. Sie will den Abfallnotstand lieber privatwirtschaftlich beseitigen.

Etwas länger hat es gedauert, bis sich auch die betuliche Verpackungsindustrie zu Wort gemeldet hat. Aber nun hat sie ein passendes Argument gefunden, um die Schuld von sich zu wälzen: Sie sei eine "umweltbewußte und fortschrittliche" Branche und fühle sich zu Unrecht angegriffen. Verantwortlich für die gigantischen Müllberge sei der Verbraucher, der zusammen mit Handel und Herstellern schließlich entscheide, wieviel Verpackung verwendet werde. Aus dieser verqueren Argumentation kann Klaus Töpfer eigentlich nur die eine Schlußfolgerung ziehen: Der Gesetzgeber muß den Konsumenten verbieten, verpackte Waren zu kaufen. rz