Von Peter Reichel

Was schon die vorangegangenen beiden Bände von Hermann Glasers Kulturgeschichte der Bundesrepublik auszeichnete, charakterisiert auch den inzwischen vorliegenden und abschließenden dritten Band: die beeindruckende Materialfülle und der auffällige Verzicht des Verfassers auf eigene Bewertung und Einordnung seines Gegenstandes. Der langjährige Nürnberger Kulturdezernent, renommierte sozialdemokratische Kulturpolitiker und namhafte kulturhistorische Autor ("Spiesser-Ideologie") versteht sich hier einmal mehr als Chronist der kulturell-politischen Entwicklung Westdeutschlands. Das hat gewiß Vor- und Nachteile. Für manchen Leser mag die Zurückhaltung des Verfassers wohltuend sein, für andere dürfte die Darstellung gerade deshalb an innerem Zusammenhalt und perspektivischem Profil verlieren.

Im Unterschied zu den früheren Bänden ist jedoch die Strukturierung des Stoffes im letzten Band sehr viel überzeugender gelungen:

  • Hermann Glaser:

Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen Protest und Anpassung. 1968-1989;

Carl Hanser Verlag, München/Wien 1989;

zahlr. Abb., 408 S., 54,– DM