• Der Rias-Hörfunk wird ebenso wie der Deutschlandfunk dem ZDF zugeordnet;
  • der Rias wird mit dem SFB zusammengelegt;
  • es soll geprüft werden, ob nicht wenigstens eine Privatisierung des Rias in Frage kommt.

Durch die angestrebte Neuordnung des Senders wollen sich CDU und CSU zudem einen uralten Wunsch erfüllen: das Regierungsfernsehen. Der jüngste Rias-Ableger, das Rias-TV, könnte "durch die Deutsche Welle übernommen und für den Aufbau eines Satellitenfernsehdienstes genutzt werden", heißt es ganz harmlos in dem CDU-Konzept. Hörfunk verliere immer mehr an Bedeutung, insofern sei ein Satellitenfernsehen als Ergänzung der Radioprogramme durchaus sinnvoll, verteidigt Neumann diesen Vorstoß seiner Partei. Die Chancen, dieses Ansinnen durchzusetzen, sind allerdings ziemlich gering. Selbst Konrad Adenauer scheiterte Anfang der sechziger Jahre mit einem solchen Versuch.

Was die Neuordnung der deutsch-deutschen Medienlandschaft kosten wird, ist noch völlig unklar. Zur Zeit zahlen die DDR-Bürger zehn Mark Rundfunkgebühr. Zusätzlich steuerte der Staat mindestens 200 Millionen Mark zur Finanzierung von Hörfunk und Fernsehen bei. Allein der DDR-Hörfunk rechnet, wie aus einem internen ARD-Protokoll hervorgeht, für die Jahre 1990 bis 1992 mit einem zusätzlichen Finanzbedarf für Bauinvestitionen und technische Ausrüstung von 37,05 Millionen Mark. Wie willkürlich diese Rechnung allerdings ist, macht eine Protokoll-Notiz deutlich. Ursprünglich hat danach der stellvertretende Generalintendant des DDR-Hörfunks und ARD-Verhandlungspartner Wernfried Moltusch eine Summe von 57,2 Millionen Mark genannt. "Auf Rückfrage wurden die Bauinvestitionen auf die frühere Summe von 4,3 Millionen Mark reduziert, so daß sich die korrigierte Gesamtsumme von 37,05 Millionen Mark ergibt", heißt es lapidar in dem Papier.

Zusätzlich zu diesen Investitionen ist die ARD offenbar bereit, bis 1992 jährlich fünf Millionen Mark als "betriebswirtschaftlichen Anschub" zu zahlen. Die Gelder allerdings sollen lediglich als Darlehen zur Verfügung gestellt werden – marktüblich verzinst. Als Gegenleistung geht die ARD davon aus, daß sie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der DDR die Werbung "exklusiv" akquiriert und dafür eine Provision von fünfzehn Prozent des Nettoumsatzes erhält. Eine gemeinsame Werbetochtergesellschaft der ARD-Werbetöchter mit der DDR-Radio-Marketing GmbH erscheine, so im Protokoll ganz kühl, "nicht sinnvoll".