Sollte das Geld für Kleidung verwendet worden sein? Ein Sachverständiger für Textilien hat Brigittes Kleidungsstücke, vom Schlüpfer bis zum Dirndlkleid, nach Einstands- und Zeitwert begutachtet. Das Ergebnis: Brigitte bekam nur Kleidung minderer Qualität. Der Gutachter taxierte den Zeitwert sämtlicher Kleidungsstücke. Sein Urteil: "Da die Ware sehr alt und qualitativ im untersten Bereich anzusetzen ist, muß der Zeitwert des gesamten Sortiments mit 0 DM festgesetzt werden."

Das Ermittlungsverfahren ist eingestellt worden. Wieviel Taschengeld Brigitte in all den Jahren erhielt und wie es ausgegeben wurde, konnte nicht geklärt werden. Daß Brigitte überhaupt keine schulische Förderung erhielt, ist strafrechtlich längst verjährt. Daß sie auch sonst nicht gefördert wurde, sei keiner böswilligen Gesinnung anzulasten, sondern Folge der religiösen Heimführung. Brigitte sei auch nicht gequält oder roh mißhandelt worden. Dabei müsse es sich um erhebliche Eingriffe handeln, "wie z.B. Verängstigung durch länger dauerndes Einsperren in einen dunklen Keller ... Das lag hier nicht vor."

Einem Kind wurde das Leben gestohlen. Das ist nicht strafbar.