Für Kaffeesatz interessiert haben sich Peter Zock und Mitarbeiter von der Universität in Wageningen/Holland. Ihnen ist es gelungen, im Kaffeesatz fettähnliche Substanzen (Lipide) zu isolieren, die für den Anstieg von Cholesterin im Blutserum von starken Kaffeetrinkern verantwortlich sind. Skandinavier, die es vorziehen, Kaffee aufzubrühen und nicht zu filtern, haben üble Erfahrungen mit dem Ansteigen des Risikofaktors Cholesterin für Herz- und Kreislauferkrankungen machen müssen. Die holländischen Wissenschaftler berichteten kürzlich im Lancet (Bd. 33, S. 1235), sie hätten aus Kaffeesatz ätherische Öle isoliert und 1,5 Gramm dieser Kaffeelipide als tägliche Nachspeise von gesunden Versuchspersonen konsumieren lassen. Bald konnte bei diesen eine deutliche Erhöhung der Blutcholesterinwerte um 28 Milligramm pro Deziliter festgestellt werden. Wer als gesunder Kaffeetrinker nicht zum Risikopatienten werden will, sollte einen Filter benutzen, denn dort bleiben die ätherischen Öle, die Kaffee so wohlriechend machen, hängen. HHB

Ein zerstörtes Ökosystem überläßt man am besten sich selbst, denn menschliche Eingriffe schaden mehr als sie nutzen. Zu diesem Schluß kamen amerikanische Wissenschaftler, die über zehn Jahre hinweg verfolgt haben, wie Pflanzen und Tiere die "Mondlandschaft" um den im Mai 1980 ausgebrochenen Vulkan Mount St. Helens wieder besiedeln (New Scientist Nr. 1717, S. 53). So wurden zum Beispiel in einer gutgemeinten Aufräumaktion damals Baumstämme aus einigen Flußbetten weggeschafft. Pflanzen und Tiere haben sich dort langsamer erholt als an unberührten Bächen, wo die Holzreste als Samenfänger dienten. Ähnliches gilt für die künstlich bepflanzten Hänge. Wo die Natur sich selbst überlassen blieb, wachsen heute mehr Pflanzen in einer größeren Vielfalt.

JR

Spezielle Sportgetränke und "Aufbaumittel" sind nach Auffassung des Berliner Bundesgesundheitsamtes im Breitensport in der Regel unnötig. Die mit viel Werberummel propagierten isotonischen Getränke, die Elektrolyte und Kohlehydrate enthalten, seien "allenfalls bei körperlicher Höchstleistung mit extremem Schweißverlust zweckmäßig". Ins Reich der Fabel gehöre ferner die Vorstellung, daß der Körper durch Schwitzen auch Vitamine verliere: "Grundsätzlich besteht bei Ausdauersportlern kein erhöhter Vitaminbedarf", heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes. Die Praxis zeige vielmehr, daß bei Selbstmedikation mit extremen Mengen bestimmter Vitamine "sogar mit gesundheitlichen Risiken zu rechnen ist". Auch die vielfach angepriesenen Mineralstoff- und Spurenelementpräparate seien bei trainierten Ausdauersportlern mit einer ausgewogenen Ernährung überflüssig und sollten nicht unkontrolliert verzehrt werden. Gewarnt wird auch vor manchen Eiweißhydrolysaten als "Aufbaumittel" für Kraftsportler. Bei minderwertigen Präparaten könne es zu Mangelerscheinungen kommen. HST