In Rom, Wien und Paris zählen die Flohmärkte zu den Touristenmagneten. Aber auch hierzulande lohnt mancher Freiluftbasar einen Ausflug.

Berlin ist die Hauptstadt des Trödels. Nirgendwo wird mehr geboten. Die Flohmärkte an der Straße des 17. Juni (samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr) und in luftiger Höhe im ausgedienten U-Bahnhof Nollendorfplatz (täglich außer dienstags von 11 bis 19 Uhr) gehören für viele Besucher seit Jahren zum Berlin-Programm. Touristisch erschlossen ist längst auch der orientalisch eingefärbte Krempelmarkt am Reichpietschufer hinter der Staatsbibliothek (samstags und sonntags von 8 bis 15.30 Uhr). Für passionierte Sammler jedoch attraktiver sind die kleinen, weniger kommerziellen Kram- und Antiquitätenmärkte, die in fast jedem Stadtteil zu finden sind. Auf dem Floh- und Kunstmarkt am Humboldthain in Wedding (samstags und sonntags von 8 bis 16 Uhr) offerieren beispielsweise auch Maler und Kunsthandwerker Ausgefallenes. Eine vielversprechende Adresse für Kurioses bis Antikes ist der Trödelmarkt am Fehrbelliner Platz vis-ä-vis vom Rathaus Wilmersdorf (sonntags von 7 bis 16 Uhr). Auskunft über alle Flohmärkte gibt das Verkehrsamt im Europa-Center, Telephon 030/262 60 21.

Ein Hauch von Pariser Luft weht durch Deutschlands ältesten Trödelmarkt: In Hannover verwandeln sich samstags von 7 bis 16 Uhr die Promenaden rechts und links der Leine in einen farbenprächtigen Basar. Man trifft sich – zum Klönen an einem der zahlreichen Imbiß- und Bierstände genauso wie zum Wühlen in Grabbelkisten und auf Tapeziertischen, die beladen sind mit neuzeitlichem Ramsch und kostbaren Altertümern.

Wer nostalgische Atmosphäre schnuppern will, macht sich in Aachen auf die Suche nach Tinnef und Tiffany: Weniger Kommerz und neue Waren, dafür mehr Raritäten aus privaten Kellern, heißt hier die Devise. Auch viele Händler aus Frankreich, Belgien, Holland und England beleben das Angebot, vor allem mit Antiquitäten und Kleinmöbeln. Die nächsten Termine: 22. Juli, 9. September und 11. November, jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Fünfmal im Jahr geht es in den alten Gassen rund um die große St.-Martins-Kirche in Köln turbulent zu. Mit ein bißchen Glück kann man zwischen Nippes und Kitsch jeden dritten Samstag im Juli, September und November von 9 bis 18 Uhr sogar preisgünstige Art-deco-Lampen aufstöbern. Ein paar Rhein-Schleifen südlicher werden in den Wiesen des ehemaligen Bundesgartenschau-Geländes in Bonn die Kostbarkeiten vom Dachboden ausgebreitet: jeden dritten Samstag im Juli, August und Oktober von 8 bis 18 Uhr.

Einen klassischen Flohmarkt für Wühlerseelen bietet Offenbach. Hier verhökern jeden Samstag von April bis Oktober von 7 bis 14 Uhr und von November bis März von 8 bis 14 Uhr ausschließlich Laien Skurriles und Kurioses oder einfach Gebrauchtes. Schon im Morgengrauen macht sich die Trödelgemeinde zum Mainuferdamm auf.

Die Stuttgarter Innenstadt platzt zweimal im Jahr aus allen Nähten. Rund 3000 Stände zwischen Rathaus und Karlsplatz locken die Sammler. Bereits morgens um fünf Uhr herrscht emsiges Treiben, wenn halb Stuttgart seinen ausrangierten Hausrat anschleppt. Offiziell geht der Run auf die Gruschtelkisten (Gruscht = Trödel) um 11 Uhr los. Nächster Termin: 9. oder 16. September.