Deutschland West schwarze Filzstiftkreuze einen neuen Fall als erledigt markieren. Hinweise von dienstbaren Leuten ermöglichen der DDR Polizei, was Springers Welt als "schweren Schlag gegen die RAF" einordnet. Macht, so fragt man sich in der DDR, nach Innenminister Peter Michael Diestels umstrittener Personalpolitik jetzt dankbares Personal Politik?

Doch während zwischen Leipzig und Neubrandenburg bisher acht seit langem gesuchte Terroristen hinter Schloß und Riegel kamen, erweiterten die Häscher hüben und drüben die terroristische Vereinigung und nahmen sich neue Täter vor. Weil sie der "Rote Armee Fraktion" (RAF) über Jahre hinweg Unterschlupf gewährt hätten, müßten nun auch die Chefs des einstigen Staatssicherheitsdienstes der DDR als Mitglieder oder Helfer verfolgt werden, meinen berufene und unberufene Fahnder.

Die Volkskammerfraktion der Deutschen Sozialen Union (DSU) forderte, den Ex Spionagechef der DDR, Markus Wolf, als RAF Unterstutzer zu bestrafen. Auch der einstige Stasi Minister Erich Mielke, wiewohl von Altersschwachsinn heimgesucht, soll sich nach Ansicht Diestels auf Verfolgung in gleicher Sache gefaßt machen. Der Parteivorsitzende der westdeutschen Sozialdemokraten, Hans Jochen Vogel, forderte noch am Dienstag dieser Woche ein Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen in der DDR. Und der neue Karlsruher Generalbundesanwalt Alexander von Stahl benötigte einige Tage, ehe er sich zu der Ansicht durchrang, daß Männer wie Wolf und Mielke nur mit stichhaltigen Beweisen für eine aktive Mittäterschaft bei der RAF zu belangen wären. Zuvor hatte er verbreiten lassen, er prüfe ernsthaft, ob er nicht sogar gegen den greisen Erich Honecker ein Ermittlungsverfahren einleiten müsse.

Als wäre er immun gegen solche Drohungen, hatte Markus Wolf sich zunächst ganz gegen sonstige Gewohnheit aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Ein Finnhaus mit tiefgezogenem Schieferdach, in den Bäumen Eichhörnchen, ein Waldsee - Refugium für den einstigen Chef der Stasi Hauptabteilung A (Aufklärung), eine halbe Autostunde entfernt von Berlin und doch weitab von den Ereignissen. Im Kopf das Buchmanuskript, das fertig werden soll, die persönliche Aufarbeitung des letzten Jahres, auch Verarbeitung. Ein großer, drahtiger Mann, in Jeans und schwarzem Polohemd, ein Rest von Lässigkeit. Er raucht. Nach allem wirkte er am vergangenen Wochenende kraftlos, erschöpft.

Von Journalisten mußte er sich aufklären lassen, daß sein Jäger nun Alexander von Stahl heißt, zu kurz liegt der Amtswechsel in der Karlsruher Bundesanwaltschaft zurück. Wolf hat kein Statement parat, er redet spontan, aus der Erinnerung und nicht sehr präzise.

Über die Auslandsvertretungen habe es keine Kontakte zur RAF gegeben "Bei der Brisanz müßte das über meinen Schreibtisch gegangen sein. Ich habe auch nie an einer Besprechung teilgenommen, auf der davon die Rede war Er argumentiert als Geheimdienstchef: "Jede Nähe zum Terrorismus wäre uns doch viel zu heiß gewesen " Ein derartiges Unternehmen hätte doch "quer zur Methodik" seines Dienstes gelegen "In solche Gruppen, davon mußte man ausgehen, konnten immer Agenten eingeschleust sein - selbst wenn sie uns etwas angeboten hätten, und wäre es noch so verlockend gewesen, das hätte ich abgelehnt " Schon ein konspiratives Treffen wäre "viel zu gefährlich" gewesen.

Und nach wie vor spricht er als linientreuer Kommunist: "Bei aller Sympathie zu Che Guevara und dem Befreiungskampf, aber der individuelle Terror hat nur geschadet, das haben wir schon auf der Kominternschule aus den Büchern gelernt Und - was habe die RAF denn erreicht? "Daß die Linke diffamiert werden konnte " Als er aber die ZDF Fernsehnachrichten hört, ist es mit dem Gleichmut vorbei. Erschießen sollte man sie, schlägt in einem Straßeninterview ein Passant vor, Markus Wolf wird eingeblendet. Ein für den ehedem erfolgreichsten Geheimdienstmann des ganzen Warschauer Paktes wohl eigentümliches Gefühl steigt in ihm auf: hilflose Wut. "Man macht mich zur Zielscheibe Und Wolf glaubt auch zu wissen, warum: Seit Wochen verlangen bundesrepublikanische Stellen, daß er seine alten Agenten preisgibt, dafür sei ihm die Aufhebung des Haftbefehls in Aussicht gestellt worden. "Das Ganze verbunden mit lukrativen Angeboten So etwas aber sei mit ihm nicht zu machen: "Man liebt den Verrat, doch nicht die Verräter. Nichts würde damit für den inneren Frieden erreicht "

Um den inneren Frieden könnte es bald auch bei der Aufarbeitung der RAF Affäre gehen. Die Stasi und die Terroristen - seit einer Woche stellt sich der bundesdeutschen Justiz die Frage ganz neu, wie sie mit politisch motivierten Straftätern umgehen soll. Denn wenn sich die schütteren Verdachtsmomente nicht erhärten, daß einzelne RAFTäter noch aus dem Schutz der Stasi und der DDR heraus in Westdeutschland gebombt und geschossen haben, dann haben es die Verfolger nun im wesentlichen mit Tätern zu tun, die sich seit Jahren vom Terrorismus abgewendet haben. Noch nimmt kein Amtsträger das Wort Amnestie in den Mund. Der gesellschaftliche Kon; sens, daß die RAF ihrer gerechten Strafe zugeführt werden muß, ist nicht in Frage gestellt. Aber kann nicht die Justiz im Umgang mit dem linken Terror nun eine neue Linie finden, sich endlich von kühler Rechtsstaatlichkeit und liberaler Gelassenheit leiten lassen?

Bei den früheren Prozessen war das anders. Die RAF versuchte, die Gerichtssäle als Foren zu nutzen, um dem Staat die vermeintliche "Maske von der blutigen Fratze" zu reißen. Wie ein Rächer reagierte auf der anderen Seite der Staat.

Insbesondere Stuttgart Stammheim wurde zum Symbol für eine Justiz im Ausnahmezustand.

"Wir müssen doch endlich eingestehen, daß das Konzept des Anti Terrorismus, das seit nunmehr zwanzig Jahren in der Bundesrepublik praktiziert wird, gescheitert ist", forderte der Grünen Sprecher, Rechtsanwalt Ströbele "Die Sonderrechtsprechung, die Sondergesetze und die Sonderhaftbedingungen für die RAFGefangenen haben dazu geführt, daß immer neuer Nachwuchs in den Untergrund gegangen ist " Auch Carl Christian von Braunmühl, ein Bruder des 1986 in Bonn von der RAF ermordeten Diplomaten, der mittlerweile als Berater des DDR Außenministers Markus Meckel in Ost Berlin arbeitet, argumentiert für neue Wege: "Nach den bisherigen Erkenntnissen haben die jetzt Verhafteten doch aufgehört Dies zeige, daß die Vorstellung "Einmal Terrorist, immer Terrorist" falsch sei.

Noch stehen die Strafverfolger ganz unter dem Eindruck ihres größten Triumphs. Die Aufdekkung der dubiosen Geschäfte zwischen der RAF und der Stasi ist das bislang überraschendste Ergebnis der Wiedervereinigung.

Am 6. Juni wurde in Ost Berlin Susanne Albrecht festgenommen. Die Beteiligung der Hamburger Rechtsanwaltstochter an der Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto 1977 gilt als erwiesen. Drei Tage später ging der DDR Polizei in Magdeburg Inge Viett ins Netz, die in den siebziger Jahren bereits zweimal aus dem Gefängnis ausgebrochen war und zuletzt 1981 einen Verkehrspolizisten in Paris mit einem Schuß lebensgefährlich verletzt haben soll.

Am Freitag vergangener Woche führten Polizisten des Zentralen Kriminalamtes der DDR, des Pendants zum Bundeskriminalamt, in Frankfurt an der Oder Monika Helbing und Ekkehard Freiherr von Seckendorff Gudent sowie in Cottbus Werner Lotze und Christine Dümlein ab. Sie hatten seit 1980 unter falschen Namen als Ehepaare mit je einem Kind in ihren von der Stasi gestellten Wohnungen gelebt. Christine Dümlein mußte allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt werden, ihr Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung war verjährt.

Innenminister Diestel, politisch angezählt, weil er Stasi Leute weiterbeschäftigt hatte, brüstete sich: "Wir gucken jeden Morgen auf die Liste und schauen, wer noch übrig ist Tags darauf konnte er wieder einen Namen auf der vor wenigen Wochen vom Wiesbadener Bundeskriminalamt übermittelten Fahndungsliste streichen.

In Schwedt an der Oder wurde Sigrid Sternebeck festgenommen. Jemand wollte sie noch 1985 als Käuferin eines Autos erkannt haben, das zu einem Anschlag auf den US Luftwaffenstützpunkt in Frankfurt verwendet wurde. Schon damals aber warnte die Bundesanwaltschaft davor, diese Spur überzubewerten. Sigrid Sternebeck hat bei ihrer ersten Vernehmung erklärt, daß sie seit ihrer Einbürgerung in die DDR im Jahre 1980 keinen Kontakt mehr zur RAF gehabt habe.

Am Montag dieser Woche schließlich faßten die Ost Fahnder in Neubrandenburg Silke MaierWitt und Henning Beer.

Innerhalb von zehn Tagen war die Zahl der noch gesuchten RAF Terroristen von 30 auf 22 geschrumpft. So viele konnte der aufwendige Fahndungsapparat des Bundeskriminalamtes bislang in so kurzer Zeit noch nie fassen.

Inge Viett, die schon in den frühen siebziger Jahren zur "Bewegung 2. Juni" stieß und, als diese zerschlagen war, zur RAF überwechselte, gehört zur ersten Generation der RAF. Susanne Albrecht und die übrigen Gefaßten zählen bereits zur zweiten Generation: Diese hat die Morde an Generalbundesanwalt Siegfried Buback, dem DresdnerBank Chef Jürgen Ponto und dem ArbeitgeberPräsidenten Hanns Martin Schleyer zu verantworten. Sie alle waren zwischen 1980 und 1985 DDRBürger geworden. In einem als Ferienlager getarnten Stasi Objekt in Briesen (Bezirk Frankfurt Oder) erarbeiteten Stasi Leute zusammen mit ihnen eine neue Identität. Wie Susanne Albrecht in ihren Vernehmungen zu Protokoll gab, war ihr bei der ersten Kontaktaufnahme mitgeteilt worden, daß die DDR zwar die Methoden der RAF ablehne, aber ihre "antiimperialistische Zielsetzung" teile. Gleichzeitig hätten ihre Gesprächspartner erklärt, daß sie ihren Entschluß, sich von der RAF zu trennen, begrüßten.

Susanne Albrecht hatte ebenso wie ihre ehemaligen Genossen unter falschem Namen in der DDR ein unauffälliges Leben geführt. Lotze arbeitete als Kraftfahrer, Helbing als Krankenschwester, Seckendorff betreute als Arzt Suchtkranke, Maier Witt leitete die Informations- und Dokumentationsstelle eines pharmazeutischen Betriebes, Beer war Arbeitseinteiler beim VEB Geothermie. Ihre zumeist fassungslosen Nachbarn oder Kollegen beschrieben sie ausnahmslos als freundliche und hilfsbereite Zeitgenossen. Offensichtlich hat sie der Realsozialismus auf seine Weise resozialisiert: Inge Viett alias Eva Maria Schnell verteidigte im Motor, der Betriebszeitung ihres Kombinates Karl Liebknecht, die PDS; Seckendorff debattierte am Runden Tisch in Frankfurt an der Oder über die Reform des Gesundheitswesens der DDR. Gelegentlich hatten sie noch Kontakte zu ihren Führungsoffizieren der Stasi, die ihnen bei der Gefahr einer Enttarnung zu Hilfe kommen sollten, aber sie gleichzeitig auch dezent überwachten. Ende vergangenen Jahres bedeuteten die Aufpasser zumindest Susanne Albrecht, daß sie in Zukunft für sich selbst sorgen müsse, da das Ministerium für Staatssicherheit aufgelöst werde.

Geduldig verharrten die anderen sieben nach der Festnahme Susanne Albrechts in ihren Wohnsilos. Die Erklärung ist einfach. Wie Millionen anderer DDR Bürger warteten sie auf den 1. Juli: den Tag der Währungsunion. Ohne Geld, mit blauen Pässen, ohne Verbindung und Logistik wo wollten sie hin? Und warum sollten sie noch irgendwo hin?

Stasi und RAF: eine "teuflische Verbindung" (Diestel), die Kombination der gruseligsten Feindbilder beider deutscher Staaten. Der verhaßte Repressionsapparat des SED Staates in einer Front mit dem erklärten Staatsfeind Nummer eins der Bundesrepublik - kein Wunder, daß manche öffentlichen Anwälte des Rechtsstaates aus dem Stegreif zu gewaltigen Plädoyers anhoben. Die Anti Terrorismus Experten in den Redaktionsstuben produzierten Schlagzeilen, wie sie nur in den Terrorismus Hochzeiten der siebziger Jahre möglich waren "Inge Viett - Die Blutwitwe aus dem 10. Stock", titelte die BZ aus dem Hause Springer. Die Berliner Morgenpost titulierte die Verhaftete als "luziferische Symbolfigur des Terrorismus". Bild setzte noch eines drauf und krönte den "bisher schwersten Schlag gegen die Mörderbande" mit der Schlagzeile: "Honecker schickte uns die RAF Mörder".

Auch viele DDR Zeitungen nutzten die neue Freiheit der Presse dazu, den bundesdeutschen Blättern nachzueifern. Die Berliner Zeitung warnte vor dem "terroristischen Krebsgeschwür". Für die DDR war die Jagd auf die RAF eine Premiere. Hierzulande bereitete sie manches Dejä vuErlebnis. Nur mit einem Bademantel bekleidet, ereifern sich Nachbarn, öffnete Inge Viett bisweilen die Wohnungstür, in Shorts ging sie zum Einkaufen. Die Terroristin - ein verkommenes Subjekt. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung wurden in Leipzig unschuldige DDR Bürger als das Top Terroristenpaar Horst und Barbara Meyer festgenommen. Die taz ätzte: "Ein einig Volk von RAF Fahndern". Aus dem off meldete sich mittels der Deutschen Presse Agentur Ex Generalbundesanwalt Kurt Rebmann. Die DDR habe der RAF "ein hohes Maß an Freizügigkeit" gewährt. Es sei jetzt klar, daß die Terroristen die DDR als "Ruheraum" vor und nach Attentaten benutzt hätten. Da wußte er wohl nach seiner Pensionierung plötzlich mehr als noch zu seiner Amtszeit. Zu den Erstreflexen gehörten auch bohrende Fragen, welche die sozialdemokratische Opposition am Freitag im Innenausschuß des Bundestages stellte. Was hatten Bundesanwaltschaft, Verfassungsschutz, Bonner Regierung und Bundesnachrichtendienst über die RAF Ruheständler in der DDR gewußt? Für einen Augenblick schien nicht ausgeschlossen, daß eine Bombe in der Noch Hauptstadt hochgehen würde. Am höchsten zielte der Sozialdemokrat und erfolglose Aspirant auf das Amt des Generalbundesanwalts, Wilfried Penner, der die politische Verantwortung einklagte und sie beim Bundeskanzler ortete. Daß ersatzweise Köpfe in den Diensten rollen könnten, lag näher.

Was zu erfahren war, fiel dürftig aus. Vor vier Jahren waren Informationen eingegangen, daß jemand, der Susanne Albrecht sei, in der DDR lebe. Ein West Besucher hatte sie auf einem hiesigen Fahndungsplakat erkannt.

Was stellt man mit derlei Hinweisen an? Theoretisch hätte sich der BND klammheimlich einen Fingerabdruck der Verdächtigten besorgen können. Mittel und Wege finden sich: auf einem Glas in der Kneipe, auf der Kaffeetasse im Büro oder zu Hause. Voraussetzung wäre gewesen, daß dem Boten die Botschaft geglaubt wird. Offenkundig leistete der DDR Bürger diese Überzeugungsarbeit nicht. Oder der BND ließ sich aus gutem - Grund nicht aus der Ruhe bringen.

Gesetzt den Fall, Pullach, Wiesbaden und Köln hätten ihr Wissen verschwiegen mit dem Motiv: Dort, wo die Terroristen sind, richten sie keinen Schaden an - warum also schlafende Hunde wekken? Mit Eifer auch insinuierten die Sozialdemokraten, die Bundesregierung habe um den Rückzug der RAF gewußt und dennoch immer neue Sicherheitsgesetze gefordert.

Ob der neue Generalbundesanwalt Alexander von Stahl so weitermacht, wie Rebmann aufhörte, ist noch nicht zu erkennen. Mit Inge Viett allerdings hat er noch eine Rechnung offen. Im Jahr 1976 mußte Berlins Justizsenator, Hermann Oxfort, den Hut nehmen, weil die Terroristin und mit ihr drei andere aus der Frauenhaftanstalt Lehrter Straße fliehen konnten. Stahl war Oxfort nicht nur parteipolitisch, in der FDP, verbunden. Er diente ihm auch als Staatssekretär.

In Bild am Sonntag sagte von Stahl: "Terroristen sollen wie andere Straftäter behandelt werden Das zumindest wäre ein Fortschritt. Die Bundesanwaltschaft unter Rebmann hatte mit ihrem Drängen auf das im vergangenen Jahr beschlossene Kronzeugengesetz deutlich gemacht, daß sie bei RAF Tätern etwas "Normales" wie Abkehr, Reue, Einsicht nicht für möglich hielt, hatte nicht auf Angebote zum "Ausstieg" gesetzt, wie sie der Verfassungsschutz offerierte, sondern auf die vermeintlichen Verlockungen eines Handgeldes und einer neuen Identität, gar nicht unähnlich, übrigens, den Denkstrukturen der Staatssicherheit.

Soll die harte Linie gegen die Terror Rentner fortgesetzt werden? Ost Berlin ist dafür anscheinend zu haben. Innenminister Diestel will "flächendeckende Aufklärung" betreiben, mehr tun, als in der Bundesrepublik "üblich ist", denn in der DDR seien die rechtlichen Möglichkeiten dazu "urwüchsiger".

Urwüchsig - ein Wort, das der DSU Politiker vielleicht allzu unbedacht verwendet hat. Schon pendeln die Dienstlimousinen zwischen der ehemaligen Stasi Zentrale in der Normannenstraße und Innenministerium wieder hin und her. StasiOffiziere lösen angeblich die Staatssicherheit selber auf, verfügen also wieder über Akten und Personal. Im hinteren Flügel der alten Geheimdienstfestung herrscht erneut Geschäftigkeit "Der Fahndungserfolg", sagt ein Sprecher des Ministeriums, "bestätigt doch Innenminister Diestels Personalpolitik. Das sind eben Top Spezialisten " Und außerdem vom vorauseilenden Gehorsam beseelt. Ein Ermittler im Wiesbadener Bundeskriminalamt, der in den vergangenen Tagen mehrfach Gelegenheit hatte, seine Kollegen vom Zentralen Kriminalamt (ZKA) der DDR kennenzulernen, beobachtete einen auffälligen "Rechtfertigungszwang". Die ZKA Beamten, bemerkte der BKABeamte, verhielten sich "bewußt kooperativ", schließlich wollten sie das "Trauma Stasi" abschütteln.

Dabei hat just dieser Staatssicherheitsdienst Ironie der Geschichte - vielleicht einiges dazu beigetragen, die flüchtigen RAF Täter kaltzustellen. "Die DDR hat das geschafft, was unser Bundesamt für Verfassungsschutz mit seinem Aussteigerprogramm vergeblich versucht hat", befindet Christian Ströbele, Sprecher des Bundesvorstandes der Grünen. Ströbele war als Anwalt der RAF selber einmal wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt worden und in der DDR damit eine unerwünschte Person. Seine ironische Bemerkung meint die von der Kölner Behörde 1986 gestartete Initiative, mit der Verfassungsschutz Chef Gerhard Boeden "neue Wege" finden wollte, RAF Mitgliedern "zur Abkehr von terroristischer Gewalt zu verhelfen".

In der von Daniel Cohn Bendit herausgegebenen Frankfurter Alternativzeitung Pflasterstrand ließ das Amt seinerzeit verlauten: "Wir sind überzeugt, daß es Angehörige der RAF gibt, die die Sinnlosigkeit der RAF Politik erkannt haben und sich gerne aus den Verstrickungen lösen würden " Jeder Ausstieg, so die Kölner Terrorismusbekämpfer, sei ein Erfolg für sich, da er eine positive Signalwirkung habe.

Das Bundesamt wollte über Mittelsmänner wie Anwälte Kontakte zu Interessierten aufnehmen und mit diesen dann die gegen sie von den Ermittlungsbehörden erhobenen Vorwürfe klären. Es sandte einen Beamten unter dem Decknamen "Benz" aus, den Kontakt zu ausgestiegenen Terroristen zu suchen, beispielsweise zu Susanne Albrecht, deren Trennung von der RAF den Ermittlungsbehörden schon seit Anfang der achtziger Jahre bekannt war.

Sowohl Susanne Albrecht als auch Inge Viett, so berichtet das DDR Innenministerium über die ersten Verhöre, bestätigten, sich schon vor Jahren von der RAF gelöst zu haben. BKA Beamte, die Frau Albrecht "informatorisch" befragten, bestätigten, daß diese "redebereit" sei, zu den Vorwürfen aussagen wolle. Bei Frau Viett sei dagegen ein "spürbarer Unterschied" festzustellen. Das verwundert nicht. Inge Viett werden für den Zeitraum von 1972 bis 1981 mindestens vierzehn schwere Delikte zur Last gelegt, angefangen mit der Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag auf den britischen Yacht Club in Berlin Gatow, bei dem ein Angestellter, der die nicht explodierte Bombe zu entschärfen versuchte, starb, der erste Tote eines Terroranschlags der "Bewegung 2. Juni". Inge Viett soll an der Ermordung des Berliner Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann beteiligt gewesen sein, an der Entführung des Berliner CDU Vorsitzenden Peter Lorenz, an der Entführung des Wiener Industriellen Michael Palmers, an den Morden im Herbst 1977. Ihr droht mehrmals "lebenslänglich", also 25 Jahre Haft; erst nach 15 Jahren müßte die Justiz erwägen, die Reststrafe auszusetzen.

Anders Susanne Albrecht. Entgegen den Behauptungen solcher Sensationsblätter wie Bild und noch beim Bundeskriminalamt als "Top Terroristin". Gegen sie wird wegen dreier Delikte ermittelt: Mord an Jürgen Ponto, mehrfacher Mordversuch an der Bundesanwaltschaft, Mitglied in einer terroristischen Vereinigung. In einem normalen Strafverfahren müßte die Mitgliedschaft in der RAF als verjährt angesehen werden. Es blieben die Anschläge in Oberursel und Karlsruhe. Für diese Verfahren wird von entscheidender Bedeutung sein, ob es der Ermittlungsbehörde gelingt, ihre Tatbeteiligung konkret nachzuweisen. Ebenso wird bei den Verfahren gegen die anderen jetzt in der DDR Festgenommenen ausschlaggebend sein, welche Rolle sie tatsächlich spielten, etwa bei der Entführung und Ermordung von Arbeitgeber Präsident Hanns Martin Schleyer.

"Susanne Albrecht hatte ein Verfahren ä la Boock in Stammheim zu erwarten, der ohne jeden Nachweis seiner individuellen Tatbeteiligung lebenslänglich bekam", kritisierte die grüne Bundestagsabgeordnete Antje Vollmer die Widersprüche der staatlichen Anti RAF Strategie, "wie sollte sie sich da stellen?" Im Prozeß gegen Susanne Albrechts einstmaligen Mitstreiter Peter Jürgen Boock geriet die Bundesanwaltschaft just bei der Führung des Nachweises über die Mittäterschaft in Beweisnot. Sie konnte nicht belegen, daß Boock sich im Fall Jürgen Ponto mehr zuschulden kommen ließ, als den VW Bus zu stehlen und zu präparieren, in dem dieser entführt werden sollte. Sie konnte auch nicht Boocks Aussage entkräften, daß er den Raketenwerfer auf die Bundesanwaltschaft funktionsunfähig gemacht habe. Die Ankläger stützten sich einfach auf eine Hypothese, die sie den "Grundsatz der Kollektivität bei RAF Anschlägen" nannten: Die "Rote Armee Fraktion" habe ihre Taten stets in gemeinsamer Beratung geplant und vorbereitet. Eine Konstruktion, die sich durch immer mehr Terroristenprozesse zog. Einzelne Mitglieder seien demnach als Mörder selbst dann anzusehen, wenn sie nicht selbst den Finger am Abzug gehabt hätten. Mehrere Oberlandesgerichte machten sich diese Logik zu eigen. Das Urteil gegen den längst reuigen Boock fiel ohne eigentliche klassische Beweisführung: dreimal lebenslänglich plus fünfzehn Jahre Haft.

Dem Aussteigerprogramm des Bundesamtes für Verfassungsschutz war auch deshalb kein Erfolg beschieden, weil es beim Bundeskriminalamt und den christdemokratischen Law and order Politikern keine Unterstützung fand.

Nach den Festnahmen der vergangenen Tage scheint der damals schon fragwürdige Kollektivitätsgrundsatz immer weniger haltbar. Es kann keine Gleichheit in den RAF Kommandos geherrscht haben. Acht "lebenslänglich" Absitzende aus dem harten Kern der RAF, darunter Knut Folkerts, Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt, schrieben im August 1988 in einer verquasten Erklärung: "In den Monaten ging die Aufarbeitung der vorangegangenen Kampfphase auch dahin, daß nach und nach acht aus der Gruppe weggehen wollten. Die Gründe und der Weg zur Konsequenz der Trennung waren immer verschieden, und die Initiative zur Klärung kam teils von den einzelnen selbst, manchmal ging sie von denen aus, die das politisch militärische Projekt dann weitergeführt haben. Für die, die weggingen, suchten wir einen Zusammenhang, der mehr ist als sicheres Versteck, der vielmehr Leben und Perspektive wird Kann es ein stärkeres Indiz auf die Hierarchie in der RAF geben als diese Selbstdarstellung. Die "Kampfphase" - das war der Herbst 1977 , die "Monate der Aufarbeitung" - das war irgendwann zwischen 1978 und 1980.

Dem Bundeskriminalamt liegt nicht ein einziger Hinweis auf eine aktive Unterstützung von terroristischen Aktionen durch den Staatssicherheitsdienst vor: keine Waffen, keine Gelder, keine Ausbildung für die RAF. Jene, die um 1980 in der DDR untertauchten, müssen sich also vom "bewaffneten Kampf" gelöst haben. Sie können kaum zur Tatzeit der Führungsspitze, dem entscheidenden harten Kern der RAF, zugeordnet werden. Bereits 1983 hatten westliche Geheimdienste eine Krise der RAF gemeldet. Der Sinn der zurückliegenden Mordanschläge, das hätten einige in der RAF kritisiert, sei nicht einmal der Sympathisantenszene im autonomen Spektrum zu vermitteln. Eine Absetzungsbewegung hatte begonnen. Schonraum, so glaubten die Fahnder damals, sei der Nahe Osten gewesen, wo sich Ekkehard Freiherr von Seckendorff, Monika Helbing und Susanne Albrecht nicht nur dem BKA, sondern auch der RAF entzogen hätten. Die beiden Frauen, so meldete 1984 die Welt, versorgt mit Informationen aus den Sicherheitsbehörden, versuchten angeblich, sich einer Reaktivierung mit dem Hinweis auf "unaufschiebbare Aufträge für die palästinensische Sache zu entziehen".

Die Verbindungen zur PLO und anderen palästinensischen Gruppen sind so alt wie die RAF selbst. Bereits vor zwanzig Jahren absolvierten die selbsternannten "antiimperialistischen" Kämpfer der "Bewegung 2. Juni" und der RAF im Libanon militärisches Training. Aus West Berlin, der Geburtsstadt des deutschen Terrorismus, reisten sie über den der Westberliner Polizei unzugänglichen Bahnhof Friedrichstraße und weiter via Flughafen Schönefeld in den Nahen Osten. Aber: undenkbar, daß den alles registrierenden DDR Grenzern solche Ausflüge entgingen, undenkbar, daß sie nichts nach oben meldeten.

Einer aus den Reisegruppen in Sachen TerrorTraining erinnert sich: "Es war grotesk. Wir sahen nicht im geringsten wie Araber aus, eine von uns hatte sich intelligenterweise auch noch eine strohblonde Perücke aufgesetzt. Aber die DDR Grenzer hat das alles nicht interessiert "

Mit mehr als gelegentlichen Reiseerleichterungen in den Nahen Osten mochte der SED Staat wohl nicht dienen. Man hielt Distanz und zeigte eine Tendenz zur Differenzierung. Als Mitte der siebziger Jahre ein Mittelsmann für die RAF in Ost Berlin anfragte, ob die DDR bereit wäre, Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Gudrun Ensslin aufzunehmen, winkte man in Wandlitz ab. Nur bei Ulrike Meinhof, die vor ihrer Zeit bei der RAF Mitglied der verbotenen KPD war, zeigte die DDR Bereitschaft, sie gegen West Agenten auszutauschen.

Bommi Baumann, Mitbegründer der "Bewegung 2. Juni", wurde Ende 1973 in der DDR festgenommen, da er mit falschem Paß einreiste. Baumann landete in einem Stasi Gefängnis in OstBerlin und wurde wiederholt verhört. Die Stasi war über alle Interna der RAF und der "Bewegung 2. Juni" informiert. Nach drei Monaten wurde er am Bahnhof Friedrichstraße aus Haft und DDR entlassen: "Sie haben mir noch 50 Mark in die Hand gedrückt und mir einen Tip gegeben, welche von unseren illegalen Wohnungen ich ansteuern sollte, dann haben sie mich durch eine Art Tapetentür an den eigenen Grenzkontrollen vorbei in den West Teil des Bahnhofs Friedrichstraße geschleust "

"Sie haben uns damals nicht verpfiffen, aber auch nicht wirklich unterstützt", beschreibt der Ex Terrorist Bommi Baumann die sporadischen Kontakte zwischen RAF und Stasi in den siebziger Jahren. Warum die DDR später RAF Kader aufgenommen habe, ist ihm heute noch völlig rätselhaft: "Sie hatten nichts von ihnen, aber für den Fall, daß die Sache einmal auffliegen würde, jede Menge Ärger zu erwarten "

"Ich kann mir vorstellen", sagt der einstige Spionagechef, "daß es hier und da die Anweisung an den Zoll gegeben hat, bei der Paßkontrolle bestimmter Personen während des Transits nicht so genau hinzusehen, um diese Leute nicht gegen die DDR aufzubringen Für ihn konnte die DDR angeblich nur an einem interessiert sein: "Neutralisierung". Kooperation mit Terrorgruppen, deren Unterstützung gar, fiel in der DDR aus der Sicht Markus Wolfs bestenfalls unter die Rubrik "Abwendung eines Bedrohungspotentials".

Wolf zumindest meint, sich an Erpressungsversuche und auch Drohungen gegen Einrichtungen der DDR und befreundeter Länder zu erinnern, zum Beispiel von "Carlos", einst international gefürchteter Top Terrorist venezuelanischer Abstammung in Diensten von Georges Habaschs Palästinenserorganisation PFLP. Hans Josef Horchern, ehedem Verfassungsschutzchef in Hamburg und heute Direktor eines von der Bundesregierung geförderten Instituts zur Erforschung des Terrorismus, ist sich zwar sicher, daß der Geheimdienstchef von der RAF Connection "alles gewußt" habe, bietet aber eine ähnliche Erklärung für die Stasi RAF Verbindung. Schon seit geraumer Zeit registrieren die Sowjets Grundzüge des Terrorismus im eigenen Herrschaftsbereich: Fundamentalisten in der Moslembevölkerung sympathisieren mit Schiiten; die Mudschaheddin in Afghanistan führten den Krieg auch mit Attentaten und Bombenanschlägen. Kein Wunder, meint Horchern, daß KGB und Stasi westdeutsche Terroristen "abschöpfen" wollten, um zu erfahren, welche Gruppen wie operieren, welche Verbindungen zwischen europäischen und nahöstlichen Vereinigungen bestünden.

Zuständig dafür war in der DDR die Abteilung XXII, Terrorismusbekämpfung, Berlin, Ferdinand Schulze Straße. Immerhin, 2000 Mann stark, eine nicht gerade kleine Dienststelle, geführt von Oberst H. Franz mit direktem Draht zum Innenministerium und, laut Wolf, deutlich abgetrennt von seiner Hauptabteilung A. Integriert waren spezielle Einsatzkommandos nach dem Vorbild der GSG 9, die noch heute in regelmäßigen Manövern am Flughafen Schönefeld die Überwältigung von Luftpiraten proben.

Einige Bereiche dieser Diensteinheit arbeiteten "durchaus operativ", berichtet Wolf gang Schwanitz, Stasi Chef in der kurzen Ära Modrow. Schwanitz, Typ preußischer Beamter, ist von den Schlagzeilen über die DDR als Unterschlupf für RAF Täter bis ins Mark erschüttert. Niemand anders als ein leitender Mitarbeiter dieser Abteilung XXII war es nun, der die Fahnder mit einem Tip auf die Spur der RAF Pensionäre schickte. Beim Asyl für die RAF, da gibt es für Schwanitz aus seiner Kenntnis des Apparats keinen Zweifel: "Das muß durch die Dienstagsbesprechung gegangen sein. Dafür hätte niemand die Verantwortung übernommen. Nicht einmal Mielke selbst hätte das ganz allein entschieden " Dienstags tagte der enge Kreis des Politbüros. Eingeweiht und mit der Ausführung betraut, glaubt Schwanitz, waren sicher nur wenige: "Eine Handvoll Leute "

Vieles spricht dafür, daß Honecker, selbst einstmals Häftling, Verfolgter und Exilant, Aussteigern aus der RAF die Hand bot, sei es aus einer gewissen Seelenverwandtschaft, sei es gemeinsamer Freunde aus Arafats PLO zuliebe. Die DDR ermöglichte RAF Leuten, was die Bundesrepublik ihnen aufgrund rechtsstaatlicher Prinzipien kaum ermöglichen konnte.

Sicher ist, daß die DDR Unterschlupf gewährte, daß also einzelne im Apparat Strafvereitelung betrieben. Im Westen mag überdies niemand glauben, daß die Spitzen des DDR Geheimdienstes und Mitglieder des Zentralkomitees nichts von der Legendenbeschaffung, von der Versorgung mit Wohnungen und Arbeitsplätzen wußten. Höchst zweifelhaft erscheint indes, daß die Stasi Führungsleute den Abgetauchten erlaubt hätten, im Westen weitere Anschläge zu verüben, daß sie gar die RAF aktiv unterstützt hätten. Bei keinem der jetzt Festgenommenen liegen dringende Verdachtsmomente für die Beteiligung an Anschlägen der jüngsten Zeit vor. Diese bleiben, wie ein ehemaliger hoher BKA Beamter resigniert sagt, "perfekte Verbrechen" - keine Spuren, keine zwingenden Hinweise auf Verdächtige, keine Festnahmen. Am vergangenen Montag trat selbst der Generalbundesanwalt den Rückzug an. Die bis dahin festgenommenen sechs RAF Terroristen, so gab Alexander von Stahl bekannt, seien nicht für die Morde an dem Industriellen Ernst Zimmermann, dem Diplomaten Gerold von Braunmühl und dem Deutsche Bank Chef Alfred Herrhausen verantworlich. Unmittelbar nach diesen Mordanschlägen waren die Namen der jetzt in der DDR Festgenommenen stets als Beteiligte genannt worden. Auch auf Henning Beers Beteiligung an einem Attentat in Spanien in Jahre 1988 deutet nur eine vage Wiedererkennung durch einen Zeugen hin. Den ins kleinbürgerliche Leben der DDR Untergetauchten wird der Prozeß gemacht werden, ob sie nun schnell oder erst nach weiteren Schritten zur deutschen Einigung "zugeliefert" werden. Für sie muß aber auch der Grundsatz gelten: in dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten. Denn auch dieses hat der zweite deutsche Herbst, jener von 1989, erbracht: Niemand glaubt mehr an die Ziele des "anti imperialistischen Kampfes". Faire Prozesse gegen die Aktivisten von einst, deren Loslösung anscheinend über Jahre ging, sind nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sie brächten auch jenen, die jetzt noch aus dem Untergrund bomben und für die es kein sicheres Versteck in Mitteleuropa mehr gibt, die Botschaft: Dieser Staat will keine Vergeltung.