Bürgerkrieg ab Brettspiel

Es mußte soweit kommen: In Beirut kann heute jedermann seine eigene Miliz führen – für knapp vierzig Mark. „Bürgerkrieg“ heißt das Brettspiel, das Naji Tueni, ein christlicher Buchhändler aus Ost-Beirut, entwickelt hat. Das Spielgeld heißt Mabil, was – das M durch ein N ersetzt und rückwärts gelesen – „Liban“ ergibt. Die Spieler können für ihre Truppen Uniformen kaufen, Gelder erpressen, Geiseln nehmen und wieder freilassen. Ausländische Geiseln bringen dabei mehr Geld in die Kasse. Das Spiel erscheint um so makaberer, als es ausgerechnet am Ort des blutigen Geschehens erdacht wurde und verkauft wird. Allerdings: Ein Arbeitsloser aus Chicago war es, der zur Zeit der großen Wirtschaftskrise 1929 das Monopoly-Spiel erfand.

Rehabilitiert

Am Freitag vergangener Woche erreichte Joachim Schulz das langersehnte Schreiben: „Hiermit hebe ich Ihre zum 1. August 1972 durch den Minister für Hoch- und Fachschulwesen ausgesprochene Abberufung als Hochschuldozent für Völkerrecht an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft auf.“ Unterzeichnet war das Dokument vom DDR-Minister für Wissenschaft und Bildung, Hans-Joachim Meyer. In der vergangenen Woche portraitierte die ZEIT den unbequemen Wissenschaftler („Nein, ich war kein Held“).

Ausgezeichnet

Im Egon-Erwin-Kisch-Wettbewerb 1989 wurde ZEIT-Redakteur Peter Sager mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Für seine Reportage „Tanja Ballerina“ (erschienen im ZEITmagazin Nr. 12/89) recherchierte Sager in Leningrad den Alltag der Tanzeleven an der ältesten Ballettschule Rußlands. Den ersten Preis erhielt Stern-Reporterin Birgit Lahann („Spiel mir das Lied von Bonn“), der zweite Preis ging an Christoph Scheuring für seine in Geo erschienene Reportage „Die sich selbst ein Rätsel sind“.

Aus der Redaktion

Elf Jahre lang war Rainer Frenkel, seit 1974 bei der ZEIT, Chef vom Dienst. Vor allem bei der Einführung des elektronischen Redaktionssystems hat er sich große Verdienste um das Blatt erworben. Künftig wird er wieder als Reporter arbeiten. Neuer Chef vom Dienst ist seit 1. Juli Dr. Horst Bieber, zuvor zwanzig Jahre politischer Redakteur der ZEIT.