Staatliche Beihilfen verfälschen den Wettbewerb in der Europäischen Gemeinschaft und bringen den Binnenmarkt von 1993 in Gefahr, konstatiert die EG-Kommission diese Woche in ihrem Subventionsbericht. Dabei hat sie vor acht Tagen selber eine Subvention von rund vierzig Millionen Mark für das Mercedes-Werk in Bremen akzeptiert, die genau in dieses Schema paßt. Der Grund für diese Widersprüchlichkeit: In der Behörde ist heftig umstritten, wie rasch und konsequent der staatliche Geldhahn zugedreht werden soll. Die Wettbewerbshüter unter Sir Leon Brittan geraten immer stärker in Konflikt mit den Fürsprechern von Unternehmen, die bequeme Geldquellen in Gefahr sehen. Und die reichen Mitgliedsstaaten werden mit ihrer willkürlichen Beihilfepolitik auch künftig mehr Chancengleichheit verhindern. Wenn diese ungute Mischung wie im Falle Daimler noch als Verteidigung regionalpolitischer Ziele verkauft wird, bleibt die Marktwirtschaft im Binnenmarkt noch lange ein unglaubwürdiges Ziel. th