Seit die Bundeswehr an Feindmangel leidet, stöhnt sie unter einer galoppierenden Sinnkrise. Nun steht ihr auch noch, wegen eines dubiosen Milliarden-Projekts im Zusammenhang mit dem Tornado-Jäger, ein handfester Rüstungsskandal ins Haus. Dadurch alarmiert, besuchte ich Oberst Dünkler auf der Hardthöhe.

Sofort wetterte er angriffslustig los: „Von wegen Sinnkrise. Alles Quatsch. Und wenn wir sie auf dem ganzen Erdball jagen müssen – uns gehen die Feinde niemals aus. Was aber die kleine Tornado-Panne anbelangt – daß wir Zerberus’ und ‚Caligula‘ achtzehn Jahre lang geheimhalten konnten, ist doch eine respektable Leistung!“

„Immerhin müssen Israel und die VR China Mitwisser gewesen sein.“

„Aber nicht unser Haupt- und Erbfeind da unten am Rhein.“

Mir kam ein schrecklicher Verdacht: „Doch nicht etwa der Bundestag?!“

„Wer sonst? Die natürlichen Feinde jeder Armee, das sind die Parlamentarier. Sie bombardieren uns mit unflätigen Kontrollfragen, schießen unsere ambitiösesten Raketen-Projekte ab und drängen uns mit ihren penetranten Schnüffeleien dauernd in die Defensive. Die haben doch ’nen Knall. Für die überflüssigsten Projekte – Kinderspielplätze, Begrünung, Kulturpaläste – wird das Geld nur so aus dem Fenster geworfen, aber wenn es mal um ein paar zur Verteidigung dringend notwendige U-Boote oder um ein paar Panzerlenkraketen geht, schreien sie gleich Zeter und Mordio. Dann halten sie ihre Taschen zu, als ob’s um ihr eigenes Geld ginge und nicht um das Geld der Steuerzahler ...“

Nachdem er sich wieder etwas beruhigt hatte, fragte ich: „Oberst Dünkler, noch mal zur Tornado-Affäre: Wie hat es dieses Haus geschafft, den Bundestag, also Ihren Feind Nummer eins, mitsamt seinen entsprechenden Ausschüssen so lange an der Nase herumzuführen?“