Korvetten vor Corinto

Von Cornelius Fischer

Berlin, den 10 Marz 1878 – Die diplomatische Lage der Sache ist unverändert Ein Telegramm des Kaiserlichen Geschäftsträgers aus Panama konstatiert den Mißerfolg aller Vermittlungsversuche Nicaragua scheint demnach gewillt, zunächst die Starke der von uns aufgebotenen materiellen Mittel auf die Probe zu stellen

(Schreiben des Auswärtigen Amtes an die Kaiserliche Admiralität)

Berlin, den 11. Marz 1878 – Mit Allerhöchster Ermächtigung ist heute dem Hochstkommandierenden der Kaiserlichen Kriegsschiffe in Zentralamerika folgende telegraphische Ordre zugegangen: „Schreiten Sie zur Ausführung der gegebenen Befehle.“

(Antwort der Kaiserlichen Admiralität)

Drei Tage später verließen in der fernen Ciudad de Panama die Gedeckten Korvetten S.M.S. (Seiner Majestat Schiff) Elisabeth, S.M.S. Ariadne und S.M.S. Leipzig die Reede und steuerten in Marschordnung ihr Zielgebiet an. Um sieben Uhr am Morgen des 19. Marz 1878 ankerte Seiner Majestat Geschwader in Linie vor der Westküste Nicaraguas. Rasselnd öffneten die Kanoniere die Stuckpforten auf der Batterie: Die landeinwärts gerichteten Geschütze – gezogene 24-Pfünder aus den Kruppschen Stahlküchen – schoben ihre Mundungen durch die Luken im Schanzkleid und richteten sie auf die Häuser von Corinto.