Am liebsten möchte Thomas Wilson vom Johnson Space Flight Center der Nasa das vom Pech verfolgte Hubble-Teleskop auf den Mond schießen. Ärger über die Inkompetenz von Nasa-Managern – sie hielten einen funktionstüchtigen Hohlspiegel für das Fernrohr zurück, während sie entgegen wissenschaftlichem Rat einen defekten einbauen ließen – scheint den Astronomen jedoch nicht zu seinem Vorschlag getrieben zu haben. Wie er in der neuesten Ausgabe von Nature erklärt, wäre es „Teil einer kostensenkenden Strategie“, sowohl den Reservespiegel als auch das zur Zeit um die Erde kreisende Teleskop auf den Mond zu schießen. Dort könne man das Instrument dann leicht zusammenbauen.

Was auf den ersten Blick als verrückte Idee erscheint, hat nur vor dem Hintergrund neuer USamerikanischer Weltraumpläne gewisse Plausibilität. Der Präsident, so argumentiert Wilson, habe „die Rückkehr zum Mond“ als das nächste größere Ziel des US-Raumfahrtprogramms formuliert. Und vorläufige Planungen für bemannte Mondflüge sehen eine Nutzlast von 4,5 Tonnen vor – genau das Gewicht des Teleskops. Zwar genügt die kosmische Fehlkonstruktion kaum den „Ansprüchen der Raumastronomie im 21. Jahrhundert“, aber das Geld dafür ist bereits ausgegeben. Deshalb hält Wilson seinen Vorschlag für ein Paradebeispiel dafür, wie sich „astronomische Kosten“ verringern lassen.

Das Fernrohr gleich zu Beginn eines neuen Mondprogramms zu installieren, meint Wilson, könne die Phantasie der Steuerzahler anregen und die nötige Unterstützung für eine „visionäre Herangehensweise“ sichern. Später müsse die künftige Mondbasis natürlich mit einem ehrgeizigeren Observatorium ausgestattet werden – größeren Teleskopen von besserer Qualität. Barnabas Thwaites