Öl wird teuer, bei den anderen Rohstoffen dagegen sinken die Preise. Das geht vor allem zu Lasten der Entwicklungsländer, für die Nahrungsmittel, Metalle oder Hölzer oft die einzigen Quellen für Deviseneinnahmen sind. Wird aus diesen Tendenzen ein langfristiger Trend, könnte die Dritte Welt noch tiefer in Armut versinken, da sich ihre terms of trade verschlechtern würden. Denn wenn der Ölpreis steigt, werden bald auch Endprodukte teurer, und die müssen die Entwicklungsländer dann mit den geringeren Einnahmen aus dem Rohstoffexport bezahlen.

Die Preise der wichtigsten Rohstoffe sind in einem Index der Weltbank zusammengefaßt; im Juni sank er um 2,2 Prozent auf 89,0 Punkte. Damit ist ein Zwischenhoch zu Ende, das gerade drei Monate dauerte. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Juni-Wert um 7,1 Prozent tiefer.

Bei den Nahrungsmitteln sorgten gute Ernten für sinkende Preise. Das macht vor allem den Zuckerproduzenten zu schaffen; sie müssen Preiseinbußen von 11,3 Prozent verkraften. Besserung ist nach Ansicht der Weltbank auch in der zweiten Jahreshälfte nicht zu erwarten.

Weltweite Überschüsse drückten den Bananenpreis um 6,5 Prozent. Kakao wurde im Juni um 8,4 Prozent niedriger notiert als im Vormonat, Kaffee um 4,1 Prozent. Hier hatten sich Produzenten und Händler mehr erwartet, da sie mit einer sehr hohen Nachfrage aus den Ostblockstaaten rechneten. Doch Bananenhunger und Kaffeedurst reichten nicht, um die Vorräte knapp werden zu lassen. dk