Solche Versuche sind heute grundsätzlich keine vergebliche Liebesmühe. Wenn die Tiere noch gesund sind und eine Zeitlang ruhiggestellt werden können (bei feuchter Haut versteht sich), gelingt es manchmal, sie ins Meer zurückzuschleppen. Manchmal ...

Wale sind so etwas wie ein Symbol für den Umwelt- und Tierschutz geworden. An dem Kampf um ihr Sein oder Nichtsein, ob bei brutalem Tod durch Harpunen oder durch Strandungen, läßt sich vielleicht ermessen, ob der Mensch in der Lage ist zu lernen, daß er mit seiner Umvelt nicht so zerstörerisch verfahren darf wie bisher. Wenn die gewinnen, die sich um den Schutz bemühen, könnten wir wieder hoffen.

Mit Einfühlungsvermögen und unendlichem Mitgefühl beschreibt die in Australien lebende Autorin Katherine Scholes die Verletzbarkeit und Hilflosigkeit eines Wals. Die Geschichte handelt von einem Zwerg-Pottwal, der an den Strand gespült wird und noch lebt. Sam will ihn retten. Aber Trophäenjäger, die es auf die schönen Zähne des Opfers abgesehen haben, bedrohen Sam und das Leben des seltenen Tieres.

So detailgenau wie die Autorin die Szene schildert, wenn Sam um das Leben des Giganten ringt, im benäßt, ihm ein Schatten spendendes Dach konstruiert, mit ihm beruhigend spricht und sein alles wahrnehmendes Auge versteht, kann nur jemand schreiben, der Zeuge eines an Land verunglückten Wals gewesen ist.

Mir sind beim Lesen die Tränen gekommen. Dabei gibt es ein Happy-End. (Ich kann das aus meinen Erfahrungen mit Menschen und Walen nicht immer behaupten.) Ein Zwerg-Pottwal, wie in diesem Kinderbuch beschrieben, ist wahrhaftig ein besonders seltenes Tier. Selbst die Wissenschaft weiß so gut wie nichts über diesen kleinen Vetter des berühmten „Moby Dick“.

Biologischer Steckbrief: Maximal etwa drei Meter vierzig lang, 408 Kilo schwer. Das unterständige Maul mit Zähnen erinnert vage an das Profil von Haifischen. (Die nicht mit Walen verwandt sind, denn sie gehören zu den Fischen.) Ein Grund für Sam, der den Wal am Strand gegen Strandräuber verteidigt, seinen Freund Hai-Wal zu nennen. Besser als alle Worte kann Quint Buchholz, der die wunderschönen Zeichnungen gemacht hat, diesen seltenen, „liebenswerten Vertreter von über achtzig Walartigen, wie die Cetacea heißen, wiedergeben. Nicht in Farbe, sondern Schwarzweißzeichnungen von überwältigender Ausdruckskraft. Quint Buchholz hat mir geschrieben, er möchte über die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere den Walen helfen. Ich freue mich darauf. Petra Deimer

  • Katherine Scholes und Quint Buchholz: