Er fiel einst im exklusiven Kreis der Beamteneliteschule École nationale d’administration (ENA) als Kenner deutscher Literatur auf. Unsere Sprache hatte er gleich nach dem Krieg in der französischen Besatzungszone gelernt, die deutsche Kultur ließ ihn seither nicht wieder los. Der üblichen Laufbahn im Staatsapparat zog der Elitestudent danach eine höchst erfolgreiche Karriere beim Glas- und Baumaterialkonzern Saint Gobain vor. Er führte das Unternehmen von 1980 an. „Nebenbei“ studierte der Vater von sechs Kindern Theologie und war zeitweilig Präsident der ehrwürdigen katholischen Universität von Paris. Als einziger Boß eines Großunternehmens überlebte Fauroux 1981 die Verstaatlichung, mehr noch, zwei Jahre danach führte der Saint-Gobain-Chef die Fronde gegen die staatslastige linke Politik an. Präsident Mitterrand nahm ihm das nicht weiter übel, denn 1986 holte er Fauroux an die Spitze der ENA. Zwei Jahre danach rief ihn sein einstiger Kommilitone und langjähriger Freund Michel Rocard in die Regierung, wo dem parteilosen Industrieminister Fauroux im neuen und prekären Proporz zwischen den Baronen der sozialistischen Partei, einer Handvoll liberaler Außenseiter und einigen parteilosen Prominenten eine Hauptrolle zukommt.