Am Jahrestag des Hitler-Überfalls auf Polen fanden in zahlreichen Städten Polens Gedenkfeiern statt – einige von ihnen standen ganz im Zeichen der Versöhnung. Endlich, nach langem Gezerre, scheint auch die Grenzfrage befriedigend gelöst zu sein. Die jetzt entstandene territoriale Ordnung in Europa sei die Grundlage der Versöhnung und des neuen Anfangs, erklärte der polnische Außenminister Skubiszewski.

Bei der gleichen Gelegenheit sagte er auch dies: „Wir haben großes Verständnis für die Leiden und schweren Erlebnisse der Deutschen, die unmittelbar nach dem Krieg ihre Heimat in Pommern, Schlesien oder Masuren verlassen mußten ... Wir verstehen, daß sie schlimmes Unrecht erlitten und Tragisches durchgemacht haben.“

Nach Jahrzehnten einer höchst einseitigen Betrachtungsweise, in denen antideutsche Gefühle, die im polnischen Volk langsam zu verblassen begannen, von offizieller Seite mit Fleiß immer wieder angefacht wurden, sind solche Worte außerordentlich trostreich. Vielleicht stehen wir jetzt wirklich am Beginn normaler nachbarschaftlicher Beziehungen. Dff