Dossier

Die Mauer des Mißtrauens

Die schwarzen Helme sind tief ins Gesicht gezogen, unterhalb der ArmeeBlousons baumeln Schlagstöcke. Vor den Fenstern der Baracke stehen breitbeinig amerikanische GIs.

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DIE ZEIT

Zügel aufnehmen

Die letzten zwölf Monate waren Monate der Hoffnung, die nächsten zwölf Monate werden Monate von Entscheidungen sein – müssen es sein.

Amnestie ohne Jubel

Wenn Max Güde noch lebte, der großherzige Generalbundesanwalt und spätere CDU-Parlamentarier, er hätte das Gerede im Bundestag über eine "Jubelamnestie" aus Anlaß der deutschen Wiedervereinigung rasch verstummen lassen.

Mit Brief, ohne Siegel

Genau sieben Monate hat der "2 + 4"-Prozeß gedauert. Am 13. Februar, in Ottawa, wurde die Formel erfunden, nach der die beiden deutschen Staaten und die vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs die Bedingungen auszuhandeln hatten, unter denen das vereinte Deutschland seine volle Souveränität wiedererlangen soll.

Zeitspiegel

Geschossen wird am Golf – gottlob – noch nicht. Der Krieg um Marktanteile bei der Versorgung der in Saudi-Arabien stationierten Soldaten ist dagegen bereits in vollem Gange.

Worte der Woche

"Nichts unterhalb der vollständigen Erfüllung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates ist akzeptabel. Nichts anderes als die Rückkehr zu den Verhältnissen vor dem 2.

Angst vor den Deutschen?

Als die Berliner Mauer am 9. November 1989 fiel, verschwand mit ihr auch die Trennungslinie Europas. Sämtliche Ostblockländer hatten sich in diesem denkwürdigen Jahr 1989 erhoben in der Hoffnung und dem Willen, die demokratischen und wirtschaftlichen Freiheiten zu erlangen, über die westliche Länder schon lange verfügen.

Wolfgang Ebert: Teufelswerk

"Womit kann ich Ihnen dienen?" – "Wir brauchen dringend Ihre Hilfe." – "Für Hilfe ist meine Antipode da oben zuständig." – "Dort wurden wir gerade von oben herab zum Teufel geschickt.

Ben Witter: Angetippt

Zurück das Ganze: Klatschweiber nannte man zu Kaisers Zeiten Frauen, die meistens im Flüsterton lästerten und tratschten. Und weil sie täglich Wäsche waschen mußten, fielen sie schweißgebadet eben über die anderen her, die entweder waschen ließen oder nicht gründlich genug wuschen.

Wie gründlich soll das Grundgesetz im geeinten Deutschland revidiert werden? Der Einigungsvertrag hält die Möglichkeit eines abschließenden Plebiszits offen.: Das letzte Wort dem Volke

Ein Rückblick in die Gründerjahre unserer Bundesrepublik. "Wenn wir für das deutsche Volk, in dessen Auftrag wir zu handeln glauben und zu handeln hoffen, eine Verfassung ausgearbeitet haben, dann haben wir auch die Verpflichtung, das Volk zu befragen, ob es in dieser Verfassung und unter dieser Verfassung leben will.

Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten soll auch das Verhältnis zwischen Bund und Ländern neu justiert werden. So sieht es der Einigungsvertrag vor. Wie wird sich der Bundesstaat im neuen Einheitsstaat bewähren?: Zwischen Baum und Borke

Der bundesdeutsche Föderalismus hat bisher eine höchst eigentümliche Gestalt entwickelt. In vieler Hinsicht leben wir in einem Einheitsstaat mit bundeseinheitlichen Lebensverhältnissen, bundeseinheitlicher Rechtsordnung, bundeseinheitlichen Steuern und dementsprechend mit einer fast ausschließlichen Konzentration des öffentlichen Interesses auf die Bundespolitik.

Die Superlokomotive

Die Zwillinge der europäischen Geschichte" – so nannte der Philosoph und Historiker Benedetto Croce die Italiener und die Deutschen, als er zwischen den Weltkriegen auf das Jahr 1870 zurückblickte.

Nachlese: Liberia: Blutiger Machtkampf

Liberias Staatspräsident Samuel Doe ist tot. Dem Diktator wurde ein Treffen mit dem Kommandeur der westafrikanischen Friedenstruppe zum Verhängnis, die sich seit Wochen um einen Waffenstillstand im Bürgerkrieg bemüht.

Mit zugekniffenen Augen

Es kann phantasiert werden, Helmut Kohls Ankündigung, daß er in seine zunächst bis zu den Dezemberwahlen für Gesamtdeutschland amtierende Regierung fünf ostdeutsche Politiker aufnehmen werde, ohne besonderen Geschäftsbereich, aber sowohl als Repräsentanz und Geste wie zu Lehr- und Lernzwecken – die Kanzlerankündigung also hat eine Lawine losgetreten.

Prozeß um eine DDR-Immobilie: Ratloser Richter

Das Kreisgericht Oranienburg auf der Leninallee ist der einzige Lichtblick weit und breit. Doch der neue barockgelbe Außenanstrich hat aus den Fluren den Mief von vierzig Jahren nicht vertrieben.

Zeitschriftenfusion: Schluß beim Sponti-Blatt

Chefredakteur Matthias Horx lächelt nicht ein einziges Mal, als er in der Pressekonferenz die Fusion seines Stadt-Magazins Pflasterstrand mit dem Konkurrenzblatt Auftritt begründet.

Verlacht und verlassen

Die Kritik am FDP-Wirtschaftsminister wird selbst in der eigenen Partei immer lauter

Vor dem ersten Test

Wenn ein Betrieb auf Dauer nicht rentabel arbeitet, das heißt mehr Geld verschlingt, als er einbringt, wird er geschlossen. So einfach ist im Prinzip marktwirtschaftliche Logik.

Bonner Kulisse

Es wird immer deutlicher, daß die Untersuchung der Kieler U-Boot-Affäre durch den Bundestag kaum noch bis Ende der Legislaturperiode abgeschlossen wird.

Auf den Kopf gestellt

Seine derzeitige Gemütslage beschreibt Werner Wolf so: "Wir sind optimistisch." Für einen Unternehmer ist das gewiß keine überraschende Äußerung.

Bundeswehr: Aufrüstung für die Industrie

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist bei den Wiener Abrüstungsverhandlungen eine weitreichende Entscheidung gefallen. Statt militärische Hubschrauber abzurüsten, dürfen die Armeen beider Seiten Helikopter unbeschränkt weiter einsetzen.

Daimler–Enasa: Geschäft in aller Freundschaft

Bei seinem Regierungsbesuch in Spanien Anfang 1989 kurvte Bundeskanzler Helmut Kohl mit Ministerpräsident Felipe González auf einem Mercedes-Kleinlaster durch den andalusischen Naturpark Coto de Doñana.

Golfkrise: Fluch und Segen

Trotz massiver Hilfe aus dem Ausland dreht sich die ägyptische Wirtschaft weiter im Teufelskreis

Zu hoch gepokert

Finanzminister müssen geizig sein – das sind sie den Steuerzahlern schuldig. Doch überzogene Sparsamkeit kann ins Auge gehen.

Kosten der Einheit: Bürger zur Kasse

Die Einführung der D-Mark hat die Substanzkrise der DDR-Wirtschaft nicht verursacht. Diese ist das Resultat von vierzig Jahren Kommandowirtschaft.

Die Wende bleibt aus

Wer gehofft hatte, das Ergebnis der Gipfelkonferenz in Helsinki über die Golfkrise würde den Weltaktienmärkten eine längere Phase der Stabilität bescheren, sah sich schon am Dienstag dieser Woche getäuscht.

Nichts gewonnen, viel zerronnen

Börsianer, egal ob von der Spezies Profi oder Hobby, haben schlimme Tage hinter sich. Vorbei die Zeiten, da man selbst als Amateur voller Stolz fette Profite vorweisen konnte.

Manager und Märkte

Rias: Coup gegen Recht und Gesetz Interflug: Gerangel um die Übernahme Champagner: Marktwirtschaft für das Nobelgetränk

Gebremstes Wachstum

Noch ist der Krieg am Golf kalt, doch schon schrillen bei den Wirtschaftsexperten die Alarmglocken. Sollte der Rohölpreis auf dem aktuellen Stand bleiben, könnte dies eine Bremse für das Wirtschaftswachstum sein; die Inflation dagegen wird kräftig ansteigen.

Unser täglich Gift

Der Hamburger Südosten ist eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Zwischen dem Elblauf und einem alten Nebenarm des Flusses liegen die Vier- und Marschlande, eine Idylle mit reetgedeckten Häuschen und blumenreichen Vorgärten, altertümlichen Gehöften und vielen Quadratmetern Gewächshäusern: der Gemüsegarten der Hansestädter.

Die Impfstoffdesigner

Ein grober Vergleich verdeutlicht es: Die Forscher setzen im Kampf gegen virusbedingte Infektionskrankheiten etwa zehnmal häufiger auf die Karte Impfstoff als auf Medikamente.

Erforscht und erfunden

Schwangere dürfen kräftig zunehmen, rät nun die Akademie der Wissenschaft in Washington. Für viele vom Schlankheitswahn befallene Frauen ist die Mitteilung geradezu sensationell, daß sie ab sofort in der Schwangerschaft unbesorgt für ihr Baby rund zwanzig Kilogramm zunehmen dürfen.

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