Politik

Von der Freiheit zur Einheit

Ein Jubelfest als Jammertag, ein Staatsfeiertag als Tag zum Untergang - am 7. Oktober 1989 ließ Erich Honecker jubilieren: vierzig Jahre DDR. Damals ahnte keiner, daß es nicht einmal ein Jahr, nämlich nur bis zum 3.

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Feuilleton

Luxus verdirbt

Soeben wurden in Wien zwei neue Gebäude eröffnet. Das erste ist ein glitzernder Star, über den sich die halbe Stadt seit Jahren schon den Mund zerreißt, das andere ist das Aschenbrödel, dem nun das gleiche geschieht wie dem im Märchen.

Luxus verdirb

unterscheiden und dennoch zusammen ein Bild sind. Sie scharen sich um zwei Höfe, einen gepflasterten und einen grünen, der in einen winzigen Park mit schönen Bäumen übergeht.

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DIE ZEIT

Nur die Nerven behalten

Zwei Monate ist es her, daß der Irak das kleine, reiche Kuwait überfiel. Seither hat die Welt ihre Antwort gegeben – mit Wirtschaftssanktionen, Blockade und dem Aufmarsch einer beachtlichen Streitmacht.

Zurück zu Maginot

Bald soll kein französischer Soldat mehr auf deutschem Boden stationiert sein. Da hilft kein Bonner Bitten um ein Bleiben der zwischen Trier und Freiburg wohlgelittenen Verbündeten.

Worte zur Einheit

"Arbeiter und Bauern, die überwältigende Mehrheit des Volkes, schließen sich in diesen Tagen noch enger um die SED, ihr Zentralkomitee und dessen Generalsekretär.

Der richtige Riecher

Als Helmut Kohl kürzlich an einer türkischen Imbißbude in West-Berlin haltmachte, um sich vor einer Wahlkampfrede in der DDR noch zu stärken, weigerte sich der Besitzer, Geld von ihm anzunehmen.

Wolfgang Ebert: Das V-Syndrom

"Sind Sie etwa rückfällig geworden und der Mediensucht verfallen? Haben Sie meine Medien-Diät etwa nicht eingehalten? Wie lautete mein Rezept? Höchstens eine Nachrichtensendung täglich und nicht mehr als zweimal Tagesthemen und heute wöchentlich.

Amerika und die Golfkrise: Fragen im Kongreß

Hi mom, hi dad!" – so kommt das nun schon seit Wochen übers Fernsehen. Junge Männer und Frauen, Milchgesichter zumeist, unterm Stahlhelm, im Wüstentarnanzug, auf Flugzeugträgerdecks, vor Panzerketten grüßen ihre Lieben.

Einstieg in den Ausstieg

Die Schweizer ließen sich in den vergangenen Wochen nicht verwirren. Zwar waren sie hin- und hergerissen zwischen den Parolen der Umweltschützer, die ein helvetisches Tschernobyl an die Wand malten, und jenen der Atomwirtschaft, die wirtschaftlichen Ruin prophezeiten.

Bonner Bühne: Auf dem Nachttisch

Klumper ist Kohl, und Rais ist Geißler, und die "Walküre" ist Juliane Weber, die Eingangspforte zum Kanzler, wie einst ein Chronist geschrieben hat.

Nachlese: Mittelmeer-Konferenz: Das Mare monstrum

Spaniens König Juan Carlos beschwor den versunkenen "mittelmeerischen Geist" und damit jene Epoche, als das Mittelmeer der alten Griechen, Römer, Türken, Spanier und Maghrebiner noch ein stolzes mare nostrum war und nicht jene Kloake, in die alljährlich 650 000 Tonnen Müll gekippt werden.

Denken an Deutschland: Keine Läutseligkeit

Jubel, Glockenläuten, Choral "Nun danket alle Gott", Fackelzug, Tagesschau-Titel. 1. November 1976: Ganz Deutschland feiert den Beginn der Wiedervereinigung.

Dürer für Deutschland

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Deutschland ist über Nacht wieder eins geworden. Die vier Siegermächte gaben ihm seine Souveränität zurück.

Kunst: Eine Million Mosaiksteine

Für den Nürnberger Fliesenlegermeister Max Adolf Faltermeier war Theodor Herzl ein "totaler Neuling". Als er im Winter 1989 von der Stadt den Auftrag bekam, die Keramikplatten mit den Konterfeis von Walther Rathenau und Theodor Herzl im U-Bahnhof Rathenauplatz zu verlegen – immerhin ein Auftrag für das größte Mosaikbild der Welt zog Herr Faltermeier erst mal ein Lexikon zu Rate.

Atom und Sport: Ersatz von "drüben"

Vor dreizehn Jahren machte Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht die 500 Einwohner von Gorleben an der Elbe zu Mitgliedern der weltweiten Atomgemeinde.

Optimismus statt Taten

Die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in dieser Woche hätte zu einem Neubeginn werden können: Der Kalte Krieg ist Vergangenheit, die Spaltung der Entwicklungsländer in Freund und Feind der ehemaligen Blöcke fast gänzlich überwunden.

Die ungleiche Einheit

Der schnelle Zusammenschluß ist richtig – aber Bonner Hilflosigkeit hat die Chancen der Noch-DDR verschlechtert

Waffenexporte: Schlußstrich

Die jüngsten Enthüllungen des Spiegel über Waffenexporte in den Irak dürften das Faß zum Überlaufen bringen. Die dreiste Art, mit der die Firma MBB ihre Hände wieder einmal in Unschuld wäscht, wird das noch beschleunigen.

Fritz Vorholz:: Eine gigantische Mißwirtschaft

Die Welt spielt verrückt. Da suchen die durch das Kommandosystem heruntergewirtschafteten Länder Osteuropas ihr Heil in der Marktwirtschaft – und gleichzeitig liegen die reichsten Nationen der freien Welt in erbittertem Streit darüber, wer der größere Sünder gegen jenes verheißene System ist.

DDR-Bergleute: Blankoscheck

Bis zu den Wahlen muß Ruhe herrschen im Land. Ein heißer Herbst im deutschen Osten würde die Regierungsparteien Stimmen kosten.

Bonner Kulisse

Ziemlich genau drei Jahre hat es gedauert, bis die beiden norddeutschen CDU-Abgeordneten Harry Peter Carstensen und Erich Maaß mit ihren Energie-Aktivitäten Erfolg einheimsen konnten.

Wettbewerbsrecht: McSchweizer

Nun hat sich also McDonald’s beim Landgericht Mannheim fürs erste durchgebissen: Den Schriftzug "McChinese" über dem Eingang von Lokalen eines Konkurrenten darf es nicht geben.

Zeitliches aus der DDR: Alte Liebe rostet

Wer kennt das Bild nicht? Rechts und links der Autobahn sieht man es immer wieder: einen Trabi, unter dem ein Paar Beine rausgucken, der Fahrer und sein lahmer Freund.

Opel gut VW schlecht

Nichts neues auf dem Automarkt: Die Konjunktur brummt, die Deutschen kaufen und kaufen und kaufen. Die Zahl der von Januar bis August 1990 zugelassenen Autos stieg gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent.

Investitionsschwäche: Not ohne Ende

Wachsender Wohnungsmangel und hektische wohnungspolitische Aktivitäten prägten das Jahr 1989. Aufgeschreckt durch frustierte oder sogar verzweifelte Mieter, die in den Großstädten vergeblich nach preisgünstigen Wohnungen suchten, wurden die Abschreibungsssätze für den Wohnungsneubau drastisch angehoben.

Irak-Embargo: Händel um Handel

Die Wuppertaler Fahrzeug GmbH C.B.V. Blumenhardt ist durch das Handelsembargo gegenüber dem Irak in Bedrängnis geraten. Blumenhardt-Geschäftsführer Dieter Goten spricht von einem "ernstzunehmenden Schaden" und überlegt "juristische Schritte" gegen die Bundesregierung.

Ami goes home

Mit etwas Nervenflattern haben bundesdeutsche Bürgermeister zuletzt nach Washington geblickt. "Gehen die Amerikaner oder bleiben sie?" hieß die bange Frage in den Garnisonsstädten.

Zeitliches aus Großbritannien: Mord beim Lord

Vor dem Haus schreien Pfauen und spreizen ihr Gefieder. Im angrenzenden Gehege äst ein Rudel Damwild. In der leicht gewellten Parklandschaft, nur einige Kilometer südwestlich von Birmingham, liegt Hagley Hall, ein Gebäude aus bleichem Sandstein.

Die Methode

Die ZEIT und die Münchner Analysefirma Südprojekt haben namhafte Banken und Finanzinstitute eingeladen, sich daran zu beteiligen.

ZEIT/Südprojekt-Prognose: Neue Zuversicht der Börsianer

Die Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Aktienmärkte wächst. Schon die ZEIT/Südprojekt-Prognose von Ende August wies erhebliche Unterschiede zwischen den Einschätzungen der dreizehn an der Analyse beteiligten Institute auf.

Warten auf den Knall

Die Abwärtsbewegung auf dem deutschen Aktienmarkt hat sich beschleunigt. In erster Linie verantwortlich für die Börsenschwäche ist die Zurückhaltung der Anleger.

Manager und Märkte

Daimler-Benz: Kein Nachwuchs für waBenzi Adam Opel: Betriebsrat mit Erfolg Getränkehändler: Vereint mit Umweltschützern

Grübeln auf der Insel

Margaret Thatcher hat es ja immer gewußt: Der Wechselkursmechanismus des Europäischen Währungssystems (EWS) tauge nicht für das britische Pfund.

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