Auch das hat Saddam Hussein uns mit seinem Überfall auf Kuwait eingebrockt: Das Fliegen wird teurer. Denn die Kostensteigerungen durch die Golfkrise kann keine Gesellschaft wegstecken, ohne in die roten Zahlen zu kommen.

Fünf bis zehn Prozent wird das Fliegen weltweit teurer, meint IATA-Generalsekretär Günter O. Eser. Die australische Qantas eröffnete den Reigen und setzte auf ihren pazifischen Routen die Tarife um zehn Prozent herauf. Die amerikanischen Fluggesellschaften, unter starkem Wettbewerbsdruck stehend, belauern einander.

Als Ausgleich für höhere Treibstoffkosten sei eine Tariferhöhung von mindestens zwölf Prozent notwendig, erklärte Robert Crandall, der Chef von American Airlines, der größten Fluggesellschaft der Welt. American hat bisher jedoch nur um 5,3 Prozent erhöht, und es ist unklar, ob weitere Erhöhungen durchzusetzen sind.

In Europa verlangt die Lufthansa seit dem 6. September auf den innerdeutschen Strecken fünf Mark mehr. Auf den Nordatlantik-Routen verteuerte sich der einfache Flug um fünfzig Mark. Nun will die Lufthansa ihre Europatarife um fünf und die Interkontinental-Flugpreise um sieben Prozent anheben.

Vom 18. Januar kommenden Jahres an halten auch die Charterfluggesellschaften die Hand auf. 35 bis 85 Mark Zuschlag will die Düsseldorfer LTU kassieren, 20 bis 80 Mark die Lufthansa-Tochter Condor. "Wir sind gezwungen, die vier Monate Preisgarantie einzuhalten", erläutert ein LTU-Sprecher den späten Termin. Daß die Chartergesellschaften dabei drauflegen, ist klar. "Schon jetzt müssen wir in den USA jede Woche 30 000 Dollar mehr für Treibstoff zahlen", sagt der LTU-Sprecher. Man rechnet dort mit Mehrkosten von 40 Millionen Mark im Jahr.

"Der Preis für Kerosin", meint ein Lufthansa-Sprecher, "ist stärker gestiegen als der Ölpreis. Das liegt vor allem an dem ernormen Mehrverbrauch der Militärs." Die Preiserhöhungen reichen von fünfzig bis hundert Prozent.

Abwartend und zurückhaltend äußern sich die asiatischen Fluglinien. Nach eigenem Bekunden beziehen sie ihren Treibstoff zum Teil noch zu staatlich festgesetzten Preisen und können sich auf ungekündigte Verträge berufen. Doch auch in Asien wird sich dieser Zustand über kurz oder lang ändern.