Klimawechsel in der Sahara und im Sahel haben sich in der Vergangenheit mehrfach mit erstaunlicher Geschwindigkeit vollzogen. Wie die französische Forschungsorganisation CNRS kürzlich mitteilte, haben Wissenschaftler der Universitäten von Paris-Orsay und Dijon aufgrund ausführlicher Sedimentanalysen festgestellt, daß in diesen Regionen mehrfach abrupte Wechsel zwischen extremer Trockenheit und angenehm feuchtem Klima stattgefunden haben. Vor allem im Zeitraum von 15 000 bis 7000 Jahren vor heute, als sich die Gletscher der letzten Vereisungsperiode in der Nordhemisphäre wieder zurückzogen, hätten sich "brutale" Änderungen abgespielt. Im Gegensatz zu früheren Annahmen, daß die Niederschläge sich im Laufe von Jahrtausenden langsam verlagert hätten, sei nun davon auszugehen, daß massive Wechsel innerhalb weniger Jahrhunderte, wahrscheinlich sogar einiger Jahrzehnte, stattfanden. Ursache seien vermutlich Gleichgewichtsstörungen in der Kopplung zwischen Ozean und Atmosphäre. Dieser prägende Faktor im Klimageschehen wird erst in Ansätzen verstanden. HST

Ursprünge stadtähnlicher Siedlungen reichen in Mitteleuropa bis in die Jungsteinzeit zurück. Zu diesem Schluß gelangte der Marburger Prähistoriker Lutz Fiedler bei Ausgrabungen einer etwa 5000 Jahre alten Siedlung bei Wittelsberg im Ebsdorfer Grund östlich von Marburg. Dabei wurden Reste von Häusern und Kellergruben festgestellt. Von großer Bedeutung ist, daß das 140 mal 130 Meter große Siedlungsareal von einem Doppelgrabensystem umgeben war, dessen Tiefe mehr als drei Meter betragen hat. Den Aushub der Gräben hatte man zu Wällen und Bastionen aufgeschüttet. Diese Wälle waren durch Pfostenreihen vor dem Abrutschen geschützt, so daß die Außenfront der Umwallung bis sieben Meter aus dem Grabenwerk emporragte. EP

Elektromagnetische Felder und Krebserkrankungen sind in der Vergangenheit immer wieder in Verbindung gebracht worden. Laut Science (Bd. 249, S.1096) liegt der amerikanischen Umweltbehörde EPA ein noch unveröffentlichter Bericht vor, der die bisherigen Studien sichtet und wertet. Demnach wären die elektromagnetischen Felder (EMF) "eine mögliche, aber nicht bewiesene Ursache für Krebs". Rund ein halbes Dutzend Arbeiten glauben einen Zusammenhang zwischen Leukämie bei Kindern und Belastungen durch EMF gefunden zu haben. Allerdings beruhen diese Studien auf niedrigen Fallzahlen und sind deshalb statistisch wenig aussagekräftig. Zudem wurden die Feldstärken häufig nur grob geschätzt und nicht gemessen, eine Korrelation zwischen Stärke der Belastung und Leukämierate fehlt. Während die Frage, ob Kindern oder der Allgemeinbevölkerung Gefahr droht, weiterer Abklärung bedarf, scheint sich bei Arbeitern, die viel mit Elektrizität zu tun haben, ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko (Hirn- und Nerventumore, Leukämie) herauszustellen. Unklar bleibt, ob dies auf EMF oder andere Faktoren zurückzuführen ist. So kamen zum Beispiel Radiotechniker oder Kabelverleger früher oft in intensiven Kontakt mit Lösungsmitteln-wie Benzol, einem bekannten Krebserreger, oder sie atmeten Löt- und Schweißdämpfe ein. Mehrere große epidemiologische Studien über EMF und Krebs sollen in den nächsten Monaten Klärung bringen. HST