Von Ulrich Stock

William Bango, 35 Jahre alt, arbeitet als politischer Redakteur der Nachrichtenagentur Zinna in Harare, Zimbabwe. Auf Einladung der evangelischen "Dienste in Übersee" ist er, gemeinsam mit zehn anderen Journalisten aus sechs Staaten des südlichen Afrika, drei Wochen lang durch Bundesrepublik und DDR gereist. Bango studierte Soziologie in England. Es war sein erster Aufenthalt in Deutschland.

Sie haben ein Asylantenlager besucht und waren recht geschockt?

Ja, das war in Regensburg. Da war ein Zelt, keine sanitären Anlagen, das Essen wurde hingebracht. Einige Leute kamen aus Indien, Sri Lanka, aus verschiedenen Teilen Rumäniens. Sie wohnen in einem großen Heim, Männer, Frauen und Kinder. Den jungen Mädchen droht die Prostitution. Sie haben ja kaum Geld. Da war ein Mann aus Rumänien, ein Straßenbauingenieur, der beklagte sich, daß er nicht arbeiten dürfe und in fünf Jahren, wenn er vielleicht darf, schon zu alt sei. [Asylbewerber bekommen fünf Jahre lang keine Arbeitserlaubnis, d. Red.] Er saß mit seiner Familie in diesem einen kleinen Raum mit einer zweiten, moslemischen Familie, deren Welt ganz anders ist.

Waren da auch Afrikaner?

Wir haben mit ihnen geredet. Sie sind hergekommen, weil sie bessere Bedingungen suchen. Die meisten aus Ghana, eine Frau aus Somalia. Was schlecht ist, ist jemanden so lange Zeit unproduktiv zu halten. Du verschwendest kostbare fünf Jahre.

Aber die Leute im Camp wissen das. Warum gehen sie nicht zurück?