Ein Ende der Verfehlungen des englischen Rechtssystems ist noch nicht in Sicht. Die Lage der Iren hat sich in den achtziger Jahren zwar erheblich verbessert. Ein neues Gesetz – der Police and Criminal Evidence Act von 1984 – schaffte einen Rahmen für mehr Rechtssicherheit. Doch heute leiden vor allem die schwarzen Ghettos von London unter polizeilichen Willkürakten, die von Gerichten immer wieder mit stupender Voreingenommenheit sanktioniert werden. Sei 1985 sitzen Winston Silcott, Mark Braithwaite und Engin Raghip für den Mord an dem Polizisten Blakelock während der Broadwater-Farm-Unruhen ein. Die Beweislast gegen die "Tottenham-Three" war derart löchrig und unausgegoren, daß sich amnesty international diesmal sofort für eine Wiedereröffnung des Verfahrens stark machte – sehr zum Unwillen des Innenministeriums.

Manchmal geht die staatliche Willkür selbst den konservativen Richtern zu weit. Am 11. Oktober 1985 nahm die Polizei einen dreizehnjährigen Schwarzen unter Einbruchsverdacht fest. Er wurde 52 Stunden ohne Rechtsbeistand festgehalten. Während der Verhöre trug er nur eine Unterhose und eine über die Schultern geschlagene Decke. Er brach weinend zusammen und machte ein umfassendes "Geständnis". Es brachte ihm eine Anklage wegen Mord und Anstiftung zum Aufruhr ein. Der Richter in Old Bailey nannte die Geständnisse absurd. "Merkten die Beamten denn nicht", wunderte er sich, "daß der Junge immer mehr in eine Phantasiewelt abglitt?"