Die Regierung rechnet damit, daß auf Dauer die Preise durchschnittlich um zehn, allenfalls um fünfzehn Prozent günstiger würden – und dies wohl nur auf den gut frequentierten Strecken.

Die Zeitungen raten den Australiern, sich bald in die Luft zu begeben, wenn sie ihr eigenes Land möglichst preiswert kennenlernen wollen. Denn hätte sich die Unsicherheit der etablierten Fluglinien erst einmal gelegt, so etwa The Bulletin, dann sei es auch mit den Billigtarifen vorbei.

Was für die Australier gilt, trifft auch für Touristen aus Europa zu, die ihre Ferienkasse schonen wollen. Zweierlei dürfte die Freude über Einsparungen allerdings nachhaltig stören: Auch im inneraustralischen Flugverkehr werden die Preise im Sog der Golfkrise zum 1. November um 7,5 Prozent angehoben. Ausgenommen davon bleiben fürs erste einige Sondertarife für Touristen. Was aber finanziell schwerer wiegt: Die beiden wichtigsten Fluggesellschaften im Verkehr zwischen Deutschland und Australien, Lufthansa und Qantas, haben die Preise auf den internationalen Strecken um acht Prozent erhöht und die neuen Tarife zusätzlich mit einem Ölpreiszuschlag belegt. Wer eine Australienreise zum Holiday-Tarif bucht, bekommt die Auswirkungen der Golfkrise durch eine 200-Mark-Pauschale zu spüren. Das Rückflugticket Frankfurt-Sydney zum Holiday-Tarif kostet dann beispielsweise für die Hochsaison vom 1. November an 3598 Mark, für die Nebensaison vom 1. April an 2698 Mark.

Markus Bäuchle