Noch ist Berlin nicht ein richtiges Land mit eigener Regierung, schon tanzt die Schul-Senatorin Schieber auf einem Boden, auf dem nicht einmal Engel sich zu rühren wagen. Frau Sybille Volkholz also entscheidet frisch und frei, worüber tausend Menschenhäupter, arme, schwitzende Menschenhäupter, jahrzehntelang gegrübelt haben: Wörter dürfen getrennt werden, wie man sie spricht. Kommata sind in einigen Fällen unnötig. "Bürgermeis-ter" geht, "Met-ropole" geht nicht. Derlei "ist unsinnig und es ist überflüssig" geht; "es ist unsinnig weil es überflüssig ist" geht nicht.

Hätte Frau Volkholz mit ihren Berliner Lehrern gesprochen und sie gebeten, beim Ankreiden von Silbentrennungen und Zeichensetzungen nicht allzu pingelig zu sein, unsere Zustimmung wäre ihr gewiß. Aber muß dafür nun gleich eine Demarche bei der Kultusministerkonferenz sein? Muß es schriftlich festgelegt werden, daß Schüler, sofern sie das Glück haben, in Berlin zu wohnen, es schriftlich nicht mehr so genau zu nehmen brauchen? Und was passiert, wenn diese Schüler sich außerhalb Berlins irgendwo schriftlich bewerben?

Sollte Frau Volkholz sich schnell noch ein Denkmal haben setzen wollen, bevor sie nach den Wahlen naus muß aus dem Senat, und zwar "hi": Dieses taugt nicht. Es hat kein Fundament. Es wackelt. Leo