Kaum hatten sich die Amerikaner in der Nacht zum Dienstag auf einen Kompromiß im Haushaltsstreit geeinigt, sackte der Dollar in Frankfurt auf ein neues Rekordtief von 1,529 Mark. Noch nie war er in Deutschland so billig wie an diesem Tag. Der Grund: Die Experten rechnen mit spürbaren Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten.

Macht Washington nämlich Ernst mit den geplanten Budgetrestriktionen, dann bekommt die amerikanische Notenbank wieder mehr Spielraum und kann die Zinsen senken. Das ist auch dringend nötig, denn bislang verhindern die teuren Kredite, daß die Wirtschaft der Vereinigten Staaten im erforderlichen Umfang investiert.

Die internationalen Anleger aber werden sich aus dem amerikanischen Kapitalmarkt zurückziehen und ihr Geld lieber in der Bundesrepublik oder Großbritannien investieren, wo die Zinsen dann attraktiver sind.

Die damit verbundene sinkende Nachfrage nach Dollar hat der internationale Devisenmarkt am vergangenen Dienstag nun vorweggenommen. Nicht nur in Frankfurt sackte der Dollar ab, auch in Tokio, wo er mit weniger als 130 Yen gehandelt wurde. rz