Viele Aufgaben im All lassen sich von Robotern erledigen

Von Wulf von Kries

I.

Die Sowjets haben der Welt größte Rakete gebaut und verwenden sie nicht. Die Amerikaner arbeiten an einer Raumstation, deren Nutzen umstritten ist. Und die Europäer wollen eine Raumfähre entwickeln, die Gefahr läuft, zum bloßen Selbstzweck zu werden. Bietet der Weltraum keine überzeugenden Ziele mehr? Werden Raumfluggeräte nur noch um ihrer selbst willen gefertigt?

II.

Die sowjetische Großrakete Energija wurde zu einer Zeit entwickelt, als die Raumfahrt noch sakrosankt war, dem Prestigebedürfnis der sozialistischen Führungsmacht diente und Helden produzierte. Der Erststart fand 1987 statt. Im Jahre 1988 hievte sie den Raumgleiter Buran ins All. Ihr eigentlicher Zweck war der Transport schwerer Bauteile für eine neue Raumstation und die Verwendung als Startgerät für einen Menschenflug zum Mars. Doch solche Unternehmungen sind nicht mehr angesagt, die uneingeschränkte Priorität der Raumfahrt gehört der Vergangenheit an.

In den Vereinigten Staaten liegen die Dinge nicht völlig anders. Auch dort geraten ambitiöse Raumflugvorhaben wegen vordringlicher anderer Staatsaufgaben zunehmend unter Kritik, und die in Entwicklung befindliche Raumstation macht da plex Mir (Frieden) rechtfertigen sollen, den die Amerikaner mit einer größeren und vielseitigeren Außenstation Freedom (Freiheit) übertrumpfen wollten. Doch der Kalte Krieg geht auch im Weltraum zu Ende, der Space race verliert seinen Sinn. Um so eindringlicher wird die verantwortliche Raumfahrtbehörde Nasa von Kongreß und Öffentlichkeit nach den konkreten Nutzanwendungen befragt.