Bernd Gehler von der Deutschen Bank in Frankfurt hält sich dagegen schon besser – sowohl bei der Wertentwicklung als auch bei der Argumentation. Zwar ist auch Aktienprofi Gehler nicht zufrieden mit dem Stand seines Depots, aber mit minus 15,72 Prozent liegt er immer noch deutlich besser als der Dax.

Zu seinen Titeln hat er auch konkrete Ratschläge parat. Bei der niederländischen Nedlloyd würde er auf jeden Fall von einem Verkauf abraten, denn diese Aktie ist "so tief am Boden, die kann fast nur noch steigen". Das gleiche gelte, so Bernd Gehler, auch bei MCS; diesen Wert würde er aufgrund der glänzenden fundamentalen Daten sogar noch zukaufen. Ein außerordentlich hohes Erholungspotential sieht er überdies für die beiden Optionsscheine von Glunz und Sixt. Voraussetzung sei allerdings eine Lösung des Golfkonfliktes. Und wann die komme, wisse wohl niemand zu sagen.

Nach wie vor kann Tim Schmiel von der Westfalenbank für sich das Prädikat "erstklassig" in Anspruch nehmen. Kaum ein Börsianer vermag angesichts der schleichenden Baisse ein Depot mit einer positiven Wertentwicklung vorweisen. Da sind die 2,03 Prozent Zuwachs, die der Anlagestratege erreicht hat, eine feine Leistung. Von allen drei Mitstreitern kann Tim Schmiel auf die größte Barreserve zurückgreifen – und die möchte er, wenn eine genauere Einschätzung der Lage möglich ist, auch wieder in Engagements ummünzen.

Vielleicht kauft er Mannesmann hinzu, denn diese Aktie sei auf dem erreichten Kursniveau spottbillig. Vor Monaten konnten die Börsianer bei Preisen zwischen 350 und 400 Mark von diesem High-Tech-Titel nicht genug bekommen und heute traut sich keiner so recht. Alleine die Mobilfunk-Aktivitäten des Düsseldorfer Unternehmens sollen etwa 250 Mark je Aktie ausmachen. Auch im Großröhrengeschäft kommt einiges in Gang. Mannesmann erhält vom norwegischen Energieversorgungsunternehmen Statoil den Auftrag zur Errichtung eines Erdgasspeichers im friesischen Etzel. Der Auftragswert beträgt rund 340 Millionen Mark. Dazu kommen noch die Konstruktion und der Bau einer siebzig Kilometer langen Ferngasleitung, die den Speicher an das sogenannte Nordpipe-System und den Erdgasaufbereitungsterminal in Emden anschließen soll. Und auch sonst geht es dem Unternehmen glänzend. Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres wurde ein Nettogewinn von 183 Millionen Mark erzielt, im Vergleichszeitraum 1989 waren es nur 179 Millionen Mark. Kaum etwas spricht also dafür, daß sich das Ertragspotential abschwächen wird. Vieles aber deutet darauf hin, daß ein beachtliches Kurspotential für die Aktie besteht.

Seit Anfang Januar haben die Teilnehmer am Börsenspiel der ZEIT aus 100 000 Mark Startkapital folgende Beträge erwirtschaftet: die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) 54 893 Mark, die Westfalenbank 102 033 Mark und die Deutsche Bank 84 278 Mark.