Erst wird gereist, gefeiert, vom Feinsten gegessen, dann kommt bisweilen der Ärger. Die Frage, ob Incentive-Reisen, also Belohnungsfahrten für besonders eifrige Mitarbeiter, steuerpflichtiger Arbeitslohn oder – wenn sie Geschäftsfreunden spendiert werden – steuerpflichtige Einnahmen sind, führte in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten.

Tatsache ist: Die Teilnahme an einer Incentive-Reise stellt eine besondere Form der Sachzuwendung dar, für die sich das Finanzamt durchaus interessieren darf. Um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen, sollte jeder Teilnehmer einer solchen Wettbewerbsreise klären, wer die fälligen Steuern trägt.

Eine Incentive-Tour ist keine Urlaubsreise, die nach Katalog gebucht wird. Ganz im Gegenteil: Der Arbeitgeber legt gesteigerten Wert darauf, die Reise als einmalige, in dieser Form nicht wiederholbare Veranstaltung "seines" Unternehmens zu deklarieren. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb zahlreiche Unternehmen für ihre Mitarbeiter die Steuerlast übernehmen. Geschäftspartner allerdings, die nicht fest beim betreffenden Unternehmen angestellt sind, sollten, wenn sie an einer Incentive-Reise kostenlos teilnehmen, die "Gretchenfrage" an das veranstaltende Unternehmen stellen. Meist ist die zu versteuernde Summe jedoch weitaus geringer als es die tatsächlichen Reisekosten waren. Über den Betrag herrscht allerdings auch nach dem gerade ergangenen Urteil des Bundesfinanzhofes (AZ VI R 48/87) immer noch Unklarheit. Der sicherste Weg führt in jedem Fall über den Steuerberater. Wertvolle Tips und Informationen sind auch in dem Buch "Incentive Tax Tips" von Uwe Albert zu finden. Es ist im Reim Verlag, Hamburg, erschienen und kostet 29,80 Mark. Lo.