Birdie-Putt am siebten Loch – eine Partie mit Mr. President

Von Dan Jenkins

Ich sollte vielleicht zuerst erklären, daß meine Bekanntschaft mit dem Präsidenten auf seinen unfehlbaren literarischen Geschmack zurückzuführen ist; ihm gefallen meine Bücher.

So lernten wir uns kennen. Präsident Bush hält sich außerdem in Sachen Sport gern auf dem laufenden: Sport-Live-Übertragungen, Sportthemen, Sportliteratur. Und deshalb wurde ich – als Sportsfreund eben – vor einigen Monaten samt Frau und Tochter unverhofft mit einer Einladung zur Gartenparty auf dem Rasen des Weißen Hauses bedacht.

Während an diesem denkwürdigen Tag der First Dog Millie sich austoben durfte und während ein Haufen ewiger Haushaltsdefizit-Nörgler sich ums Büffet drängelten, hatte ich Gelegenheit, das ein oder andere Wort mit dem Präsidenten zu wechseln. Wir sprachen über dieses und jenes, unter anderem über Golf.

„Sind Sie ein guter Spieler, Mr. President?“ Der Präsident versicherte, er sei früher, als er noch in Midland, im westlichen Texas, gelebt habe, ein ganz passabler Golfspieler gewesen, inzwischen sei er nicht mehr ganz so gut in Form. Trotzdem „dresche“ er ganz gern mal eine Runde, sofern er die Zeit dazu finde.

„In ihrem Job empfiehlt es sich ja, kein allzu niedriges Handicap zu haben“, gab ich zu bedenken. Er lachte. Nicht gerade Tränen, aber hinreichend vergnügt, so daß kein unmittelbarer Rausschmiß drohte. Später meinte er: „Die Sache mit dem Golf ist halt die, daß ich einen Erniedrigungsfaktor in Kauf nehmen muß.“ Ganz unverbindlich faßten wir ein gemeinsames Spiel ins Auge.