Wir sind dabei, wenn Arved Fuchs im Kajak über das Eismeer paddelt, wenn ein Auca-Indianer in Ecuador mit dem Blasrohr Vögel jagt oder Reinhold Messner den Everest erklimmt. In dem Buch „Lust auf Abenteuer“, herausgegeben von Peter Renz (Robert Gessler Verlag, Friedrichshafen 1989; 58,– DM), werden wir von Abenteurern auf ihre Touren mitgenommen, erleben ihre Ängste, ihre Zweifel, ihre Sorgen, ohne uns selbst die Zehen naß zu machen. Dreizehnmal setzen wir den Fuß auf Wasser oder Land, das noch nicht von vielen menschlichen Wesen betreten wurde. „Lust auf Abenteuer“ ist ein Zug durch die exotische Gemeinde mit einem kleinen Manko: Natürlich kennen wir mittlerweile Arved Fuchs und Reinhold Messner, schon wegen ihrer letzten gemeinsamen Tour. Aber wer zum Teufel ist Oluf F. Zierl oder Franz Beierer? Gern wüßte der Leser, was jene Menschen jenseits des Abenteuers tun. Welchen Alltag sie aufgeben für den Gang an die existentiellen Grenzen? Ohne diese Angaben über die Autoren bleibt „Lust auf Abenteuer“ eine Sammlung von Exotenberichten jener, die auf der Suche nach dem ganz anderen nicht auf der Strecke geblieben sind, sondern als Ersatz für andere auszogen, um das Furchten zu lernen.

D. C.