Schubert, in Ost Berlin auf der Straße und protestierten. Jetzt ist Ihr Staat verschwunden. Haben Sie vor einem Jahr diese Entwicklung gewollt? lungsfähigkeit des Sozialismus geglaubt und mir diese Entwicklung schon vor dem Oktober 1989 gewünscht. Ich hatte aber die Hoffnung aufgegeben, es selbst noch zu erleben. Das politische System der Bundesrepublik war mein Wunsch und auch mein politisches Ziel. Und ich freue mich, daß es nun erreicht ist.

tagspräsidentin und Vorsitzende des Ausschusses Deutsche Einheit turbulente Monate hinter sich, während derer die Männer die Themen und das Tempo bestimmt haben. Von einer gleichberechtigten Beteiligung der Frauen am Einigungsprozeß könne nicht die Rede sein, kommentierten Sie vor vier Monaten. Ist trotzdem alles so gekommen, wie Sie es sich gewünscht haben?

nen, daß sich die Vereinigungspolitik der vergangenen Monate mit Namen von Männern, nicht von Frauen verbindet. Ob aber wir Frauen behutsamer hätten vorgehen können, wage ich zu bezweifeln. Denn auch die Frauen in der DDR, so war mein Eindruck, wollten, daß es möglichst schnell ging und daß neue, klare Verhältnisse geschaffen wurden - auch wenn uns allen bewußt ist, daß dieses ungeheure Tempo nicht zuletzt viele Frauen in der DDR verunsichert hat. Bonner Deutschlandpolitik besonders deutlich zum Ausdruck?

wußter Ausgrenzung der spezifischen Interessen von Frauen und Kindern zum Ausdruck, sondern darin, daß die unterschiedlichen Lebenslagen von Männern und Frauen nicht berücksichtigt werden. Es wird nicht beachtet, daß Ungleiches auch ungleich behandelt werden muß. Die männlich dominierte Politik übersieht, wie unterschiedlich die Lebenslagen von Frauen und Männern sind. Es fehlt vielen Männern die Sensibilität für die ökonomische Abhängigkeit der Frauen ohne eigenes Einkommen, für die geringe Bewertung der in der Familie geleisteten Arbeit, für die unzureichende eigenständige soziale Sicherheit im Alter.

Wie schwierig die Verständigung zwischen Männern und Frauen noch immer ist, dies illustriert der erste Einigungsvertrag über die Währungs, Wirtschafts- und Sozialunion. Dort heißt es, die "besonderen Bedürfnisse von Frauen und Behinderten" würden berücksichtigt. Wir brauchen also die Mitwirkung der Frauen, damit ihren Problemen in Familie und Beruf besser Rechnung getragen wird. Es ist dem massiven Drängen der Frauen zu verdanken, daß am Ende die Bundesregierung eine revolutionäre Tat vollbrachte und entschied, die Einrichtung zur Kinderbetreuung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bis Ende Juni 1991 mitzufinanzieren.

DDR nichts zu verlieren?

Papier stehenden gesetzlichen Regelungen zur Gleichberechtigung der Frau.