Die Schriftstellerin und Psychotherapeutin Helga Schubert war vom ersten bis zum letzten Tag DDR Bürgerin - wider Willen, sagt sie, denn sie haßte das System und wünschte sich ein Leben wie in der Bundesrepublik.

Seit 1963 arbeitete sie in der Jugend, Familien- und Sexualberatung, später in einer Eheberatungsstelle in Ost Berlin: 1975 publizerte sie ihren ersten Erzählband "Lauter Leben", 31 kleine Erzählungen über Begebenheiten und Episoden, überwiegend von Frauen, aus dem DDR Alltag. 1982 erschien bsi Luchterhand ihr nächster Erzählband "Verbotenes Zimmer", den der Ostberliner Aufbau Verlag erst zwei Jahre später publizerte - unter Weglassung der Geschichten, die sich kritisch mit der SED Ideologie befaßten. Es folgten Hör- und Fernsehspiele, Kinderbücher und literarische Reportagen, die 1983 mit dem Heinrich Greif Preis, 1986 mit dem Heinrich Mann Preis ausgezeichnet wurden.

"Zehn Fallgeschichten weiblicher Denunziation im Dritten Reich", lautet der Untertitd des im Frühjahr 1990 bei Luchterhand uid dem Aufbau Verlag erschienenen Buches "Judasfrauen".

Helga Schubert glaubt nicht an den politischen Kampf: Die Macht der Frauen erwachse ihnen weit mehr in der persönlichen Beziehung, im direkten Zugriff auf diejenigen, die vordergründig die Machthaber sind. Im neuen Deutschland werde Frauenpolitik überflüssig, weil die Frauen im Lebensalltag oanehin an Macht gewännen.