Vermutlich über kein zweites Land in Europa sind so viele informative und gut lesbare Reisebücher erschienen wie über Irland. Die Liebhaber der Grünen Insel muß es wohl in besonderer Weise drängen, ihre Bewunderung für die „Insel unter dem Regenbogen“ zu Papier zu bringen. So kommen denn auch immer wieder Irland-Bücher heraus, und das erstaunliche ist, daß sie stets neue Facetten dieses an Geschichte und Geschichten reichen Landes beleuchten und dem Erlebten stets neue Aspekte abgewinnen. So ist denn auch das handliche Büchlein zu empfehlen, das bequem in jede Jackentasche paßt: „Irland“ von Reinhard Schäler, aus der Reihe „Besser Reisen“ (Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1990; 9,80 DM).

Das Buch enthält gleichermaßen wichtige Informationen, unterhaltsame Texte und kluge Analysen. Die Schilderungen des Autors konzentrieren sich auf das Wesentliche und vermeiden ermüdende, weitschweifige Erläuterungen. Darum sieht man es dem Verfasser nach, daß auch er gegen Stereotypen wie „Paradies für Autofahrer“ und gegen Überlegungen zur „guten alten Zeit“ nicht gefeit ist.

Als nutzlich durften sich die zahlreichen Karten erweisen. Zu den empfohlenen Routen werden solide Ratschläge gegeben, die vorgestellten Gebiete werden gut und treffend charakterisiert. Der Leser erfährt Wichtiges über sehenswerte Klöster und Dörfer, auch über die landestypischen Feste; es werden ihm Natur und Geschichte der verschiedenen Landschaften nahegebracht. Hinzu kommen Hinweise auf Übernachtungsmöglichkeiten, für Restaurants und Pubs, in denen abends irische Musik zu hören ist. Die saubersten Strände werden genannt, und man erfährt, in welchen Orten der Tourist angeln und surfen oder ein Boot mieten kann. Siggi Weidemann