Eindruck, sich in einer fremden Umgebung zu befinden, einem Zimmer zum Beispiel. Die Versuchsperson konnte dort agieren und sich umblicken. Die Maschine erkannte ihre Bewegungen und berechnete sofort die passenden Bilder dazu.

In den siebziger Jahren verbesserten andere Forscher die Idee; einer von ihnen sagt mittlerweile, das Konzept sei "doch eigentlich schon überholt". In den achtziger Jahren fiel es allerdings einer verstreuten Gemeinschaft von Leuten in die Hände, die sich kürzlich erstmals in Europa einfand, nämlich bei einem Symposium der "Ars Electronica" in Linz, Österreich. Nachdem wir uns angewöhnt haben, das englische "Cyber" nicht "Küber" auszusprechen, sondern "Saiber", führen sie uns vor, wer sie auf den neuen Namen für ihren alten Hut gebracht hat.

Auf tritt ein melancholischer Mensch, schwarz angezogen, mit diesem umflorten Literatenblick, rot leuchten seine Ohren aus dem dunklen Haar, und seine Stimme ist leise: William Gibson, 44 Jahre alt. Gilt als Erfinder des Begriffs Cyberspace. Ist Science fiction Schriftsteller. Und Idol einer Bewegung namens "Cyberpunk", die sich aus Epigonen und Anhängern Gibsonesker Schreibe zusammensetzt, gebettet in ein Umfeld von Popgruppen wie "Front 242" und Zeitschriften wie Mondo 2000.

Eine Journalistenmeute quält diesen unschuldigen Menschen, dieselbe Geschichte immer wieder zu erzählen. Daß er eigentlich nichts von Technik versteht. Daß er im stillen Vancouver "ein Mittelklasseleben" lebt, zwei Kinder hat und "ein häßliches Auto, einen schweinsnasigen Dodge mit japanischem Motor". Daß er seine technoiden Visionen einer simplen Schreibmaschine in die Walze gestanzt hat.

Worte wie diese: "Die Rückkopplung wütete in meinem Schädel. Der Schmerzknopf ist als Nebenschaltung ins implantierte Osphon integriert, mündet direkt in die Schmerzzentren und ist genau das richtige Mittel, um durch die Barbituratnebel eines Surrogats zu dringen Den Cyberspace baute Gibson zuerst 1982 in die Kurzgeschichte "Burning Chrome" ein; im Roman "Neuromancer", der ihn berühmt und wohlhabend machte, benutzen die Figuren ein handliches Ding namens deck, um in die künstliche Welt zu nationen, die durch eine Matrix interaktiver Stimulationen hervorgerufen werden", wie Gibsonforscher schlüssig erläutern.

Bruce Sterling, 36jähriger Dichter und plappernd theoretisierender Cyberpunk Chefideologe, zugleich Gibsons Koautor, Freund und Interpret, sagt: "Einer Menge Leute friert es das Gehirn ein, wenn sie Cyberpunk lesen Den Technikern allerdings, die zur selben Zeit an Virtuellen Realitäten bastelten, passierte das Gegenteil. Scott Fisher von der Nasa erzählt, er habe sich gefragt: "Wie kann dieser Gibson so genau beschreiben, was wir da gerade entwickeln?"

"Ich habe einfach den Technikerjargon neu zusammengebaut, von der Warte des totalen Ignoranten aus", sagt Gibson. Er habe Kinder beobachtet, die völlig aufgesogen waren von ihrem Videospiel. Das habe ihn auf die Idee des Cyberspace gebracht, als "Metapher für mediale Übersättigung". Die Botschaft kam anders an - und der Name Cyberspace ins Fachbuch.