Schwere Zeiten durchlebten in den vergangenen drei Monaten Investmentsparer, wenn sie Anteile der international anlegenden Aktienfonds besaßen. Der Kurssturz an allen wichtigen Börsenplätzen sorgte für dicke rote Zahlen in den Fondsbilanzen. Von den 43 in der ZEIT/Südprojekt/Investmentanalyse untersuchten Fonds rutschten fünfzehn sogar in der Langzeit-Bilanz – die den Zeitraum zwischen dem 30. Dezember 1987 und dem 28. September 1990 umfaßt – in die Verlustzone. Anleger verloren im Extremfall fast dreißig Prozent ihres eingesetzten Kapitals.

Von großen Verlusten betroffen sind vornehmlich die Spezial- und Regionalfonds. So mußte der Nippon Dynamik Fonds allein im dritten Quartal 1990 23,1 Prozent einbüßen. Der DIT-Pazifikfonds hatte sogar einen Wertverlust von 31,5 Prozent zu verzeichnen. Überraschend dabei: Während im Jahr 1990 beim Industrie-Fonds des DIT – der in der ZEIT/Südprojekt-Analyse den siebten Rang einnimmt – ein Mittelrückfluß von über zwölf Prozent des Fondsvolumens zu verzeichnen war, kletterte das Volumen des DIT-Pazifikfonds um knapp zwanzig Prozent. Viele Anleger liefen quasi ins offene Messer.

Die Ergebnisse dieser Fonds machen einmal mehr die Risiken deutlich, die mit einer engen Begrenzung auf bestimmte Anlagesektoren verbunden sind. Solange die Börse in Tokio den Anlegern nahezu ausnahmslos Gewinne brachten, profitieren davon auch die Fonds. Nachdem aber die Börse am Kabutocho nun schon seit Jahresbeginn chronisch zur Schwäche neigt, sind es die Fonds mit Anlageschwerpunkt Japan, die ganz unten in der Renditeliste stehen. Da es sich zudem nicht selten um noch relativ "junge" Fonds handelt, konnte in den vorausgegangenen Hausse-Jahren oft noch nicht einmal ein Kapitalpolster angesammelt werden, so daß Erstzeichner oft die größeren Verluste zu verzeichnen haben.

Zur Beruhigung verweisen die Fondsmanager jetzt freilich auf diejenigen Investmentfonds, die in den letzten Jahren per Saldo immer noch das Sparbuch und oft sogar festverzinsliche Anlage schlagen konnten. Das ist immerhin ein gutes Dutzend der 43 beobachteten Fonds. Besonders fällt daher der DWS-Energiefonds ins Auge. Er hat seinen Anteilseignern in knapp drei Jahren nicht nur ein Plus von 50,3 Prozent beschert, sondern er schloß auch im dritten Quartal 1990 als einziger mit einem Plus ab. Die Manager dieses Fonds bewiesen denn auch durchaus Cleverness, indem sie sich einerseits zwar in Öl-Aktien engagierten und damit aus der Kuwaitkrise Profite ziehen konnten. Andererseits aber haben sie inzwischen immerhin mehr als ein Drittel des Fondsvermögens in Barvermögen umgeschichtet.

Solidus